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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftGesundheitssystem in Okinawa steht kurz vor dem Zusammenbruch

Delta-Variante für 79 Prozent der Infektionen verantwortlich

Gesundheitssystem in Okinawa steht kurz vor dem Zusammenbruch

Das Gesundheitssystem in Okinawa wird durch die explosionsartige Ausbreitung des Coronavirus immer stärker belastet und steht mittlerweile kurz vor dem Zusammenbruch.

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In der Präfektur wurden am 11. August 638 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahlen sind zwar gering, aber reichen, um das medizinische System unter starken Druck zusetzten.

Zahlen belasten das Gesundheitssystem immer stärker

Am 23. Mai wurde für die Präfektur Okinawa der Ausnahmezustand verhängt und mittlerweile auf Ende August verlängert. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war am 5. Juli auf 28 gesunken, steigt aber seit Ende Juli wieder an. Die wöchentliche Zahl lag vom 18. bis 24. Juli bei 780, stieg aber vom 25. bis 31. Juli auf 2.239 und vom 1. bis 7. August auf 3.406 an.

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Grund für den explosionsartigen Anstieg ist die Delta-Variante, die mittlerweile für 79 Prozent der Infektionen verantwortlich ist.

Trotz des Ausnahmezustands steigt die Zahl der gemeldeten Infektionen aus Restaurants und Bars wieder an. Zwar ist diesen Unternehmen verboten, Alkohol auszuschenken und ihre Öffnungszeiten zu reduzieren, aber viele Betriebe ignorieren diese Anordnung.

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Zwar versucht die Präfektur dagegen vorzugehen, das hilft aber nicht besonders.

Okinawa versucht Einreise von Menschen einzudämmen

Als Reaktion darauf hat die Präfekturverwaltung versucht, den Zustrom von Menschen einzudämmen, indem sie große kommerzielle Einrichtungen gebeten hat, an den Feiertagen nach dem 7. August zu schließen.

Jiro Fujita, Vorsitzender des Expertenausschusses der Präfekturverwaltung für Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus, sagte: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir unsere Botschaft an junge Menschen weitergeben können.“

Durch die steigende Zahl der Infektionen setzten immer mehr Krankenhäuser die stationäre und ambulante Behandlung von Patienten aus, die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

Ärzte und andere Mitarbeiter der Präfektur-Task-Force, die die Krankenhausversorgung koordiniert, äußerten sich sehr besorgt und sagten, dass das medizinische System über Nacht oder am nächsten Tag zusammenbrechen könnte, da die Patienten nirgendwo hin können.

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