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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftGesundheitszentren in Japan stehen immer mehr unter Druck

Regierung wälzt Verantwortung ab

Gesundheitszentren in Japan stehen immer mehr unter Druck

JiJi: Die Gesundheitszentren in Japan stehen unter immer größeren Druck, da die japanische Regierung nur noch Menschen mit schweren Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus stationär in Krankenhäuser aufnehmen lassen will.

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Dies bedeutet, dass viele Menschen sich zu Hause auskurieren werden, allerdings müssen diese überwacht werden und die Zweifel werden laut, dass die Zentren überhaupt in der Lage sein werden, zu erkennen, ob sich der Zustand eines Menschen schnell verschlechtert.

Gesundheitszentren rechnen mit steigender Zahl von schweren Erkrankungen

Die öffentlichen Gesundheitszentren sind dafür zuständig, die Art der Symptome eines Patienten zu beurteilen und zu entscheiden, ob er in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss. Je nach Zustand werden die Menschen in vier Kategorien eingeteilt.

Außerdem können die Zentren auch dafür sorgen, dass ein Infizierter in eine ausgewiesene Einrichtung gebracht wird, wo er sich dann von der Infektion erholen kann.

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„Gegenwärtig ist etwa die Hälfte der Patienten in den 20er- und 30er-Jahren, die meisten von ihnen mit leichten Symptomen“, so ein Sprecher des Zentrums in der Stadt Chiba. „Auch wenn der Prozentsatz der älteren Patienten gering ist, wird die Zahl der älteren Patienten, von denen einige Grunderkrankungen haben,  steigen, wenn die Zahl der Infektionen zunimmt.“

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„Wir erwarten nicht, dass die Zahl der Patienten zurückgeht, im Gegenteil, die Situation wird sich noch verschlimmern“, so der Sprecher weiter. „Wenn sich der Zustand von Menschen, die zu Hause sind, plötzlich verschlechtert, können sie möglicherweise nicht mehr rechtzeitig die notwendige Pflege erhalten.“

Nach Angaben der Präfekturverwaltung von Chiba liegt die Belegungsrate der Krankenhausbetten für Coronavirus-Patienten aktuell bei 56 Prozent, 3.831 Menschen erholen sich zu Hause.

Regierung schätzt Situation falsch ein

Am Montag hatte die japanische Regierung beschlossen, dass nur noch Menschen, die an schweren Symptomen der Infektionen mit dem Coronavirus leiden, stationär in einem Krankenhaus behandelt werden sollen. So soll ein Kollaps des Gesundheitssystems, wie während der letzten Infektionswelle, vermieden werden.

Der Plan stößt allerdings auf scharfe Kritik, da es Befürchtungen gibt, dass vielen Menschen nicht geholfen werden kann, wenn sie sich zu Hause auskurieren.

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Für die Gesundheitszentren, die bereits stark überlastet sind, bedeutet die Entscheidung der japanischen Regierung eine zusätzliche Belastung, die kaum zu bewältigen ist.

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