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Tipps für den Spätsommer

Giftige Raupen in Japan

Der japanische Wetterinformationsdienst Weathernews Inc. Japan gibt Einwohnern und Touristen Tipps, wie sie am besten mit Raupenstichen umgehen.

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Wenn in Japan die Sommerhitze im September etwas nachlässt, kann man wieder mehr Zeit im Freien verbringen. Doch dadurch wird es wahrscheinlicher, von Insekten gestochen zu werden. Manchmal reicht aber auch eine bloße Berührung aus, um Pusteln zu bekommen.

Allergische Hautreaktionen durch Raupen

Dr. Yuko Nomura ist Leiterin der Hautklinik Nomura Dermatology in Yokohama. Sie erklärt, worauf bei Raupenkontakt zu achten ist.

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Sie habe schon Patienten mit stark juckenden Furunkeln in ihrer Klinik behandelt. Viele Raupen hätten Gifthaare oder Giftstacheln, die bei direktem Kontakt zu Hautreizungen führen würden. Dafür reichten oft schon wenige Gifthaare, die beispielsweise durch den Wind verteilt werden.

Brennhaare enthalten Eiweißgift

Auch der Kontakt mit Nestern, Puppen oder Eiern könne zu starken Symptomen führen, warnt Dr. Nomura. Da die Symptome teilweise erst 24 Stunden nach Kontakt auftreten, werde oft nicht an Raupen als Auslöser der Beschwerden gedacht. Um den dritten Tag herum werde der Höhepunkt der Beschwerden erreicht.

Eichenprozessionsspinner Raupe giftig
Auch die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners verursachen Entzündungen bei Hautkontakt. Bild: Wiki Commons
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Die Ärztin warnte vor allem vor Unachtsamkeit, wenn im Herbst das Wetter angenehmer werde und man sich oft im Freien aufhalte. Leider bleiben die Haare oft an der Haut haften und sondern so weiter Gift weiter ab. Darum solle man nach Raupenkontakt die Hände und andere betroffene Hautstellen gründlich mit Seife waschen und Brennhaare auf der Kleidung vorsichtig mit Klebeband entfernen.

Rezeptfreie Cremes helfen gegen Beschwerden

Hilfreich sei es auch, die Kleidung auszuziehen und sofort zu waschen, um sie von Raupenhaaren zu befreien.
Doch was tun, wenn die Symptome bereits einsetzen und das Jucken zu stark wird? Die Expertin empfiehlt Cremes mit topischen Steroiden wie beispielsweise Kortison, um die Beschwerden signifikant zu lindern. Diese gebe es rezeptfrei in der Apotheke.

Da sie nur über einen kurzen Zeitraum genutzt werden müssten, sei die Sorge vor starken Nebenwirkungen des Steroids unbegründet. Zwar könne Kortison die Hautbarriere schwächen, jedoch geschehe dies erst bei längerfristiger Nutzung.

Kühlen, kühlen, kühlen

Ein weiterer Tipp sei das Kühlen der betroffenen Hautstellen, wodurch die Entzündungsreaktion abgemildert werde. Dazu reiche ein kühles Tuch oder Kühlpack.

Sollten die Symptome nach drei Tagen nicht abgeklungen sein oder sich gar verschlimmern, empfiehlt Dr. Nomura den Gang zum Dermatologen. Sollten Babys oder Kleinkinder betroffen sein, solle man ein Krankenhaus aufsuchen, da sie empfindlicher auf das Raupengift reagieren als Erwachsene.

Babys und Kleinkinder reagieren besonders sensibel

Auch, wenn die Hautstelle bereits aufgekratzt und blutig sei, solle zur Behandlung unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser könne Salben mit erhöhtem Steroidgehalt oder Antihistaminika verschreiben, die entzündungshemmend wirkten.

Der beste Tipp jedoch, den die Dermatologin jedoch geben könne, sei ganz simpel das Meiden der Raupen. Büsche sollten in den Sommermonaten nicht berührt werden. Vor allem auf der Blattunterseite von Kirschbaumblättern und Kameliengewächsen seien Raupen in Japan oft zu finden.

Tipps für die Gartenarbeit

Freiliegende Körperstellen seien besonders gefährdet, mit den Brennhaaren von Raupen in Kontakt zu kommen. Deswegen solle bei der Gartenarbeit besser etwas Langärmeliges und lange Hosen getragen werden, um sich zu schützen.

Außerdem können die Haare auf glatten Oberflächen schlechter haften, was man bei der Wahl der Kleidung berücksichtigen sollte.

Alle Jahre wieder

In Mitteleuropa kennt man diese Probleme vom Eichenprozessionsspinner, dessen Nester jedes Jahr mühsam von spezialisierten Unternehmen bearbeitet werden.

Auch hier sind die Symptome sehr ähnlich zu denen des Apfelwicklers. Die Tipps von Frau Dr. Nemura gelten somit für jeden, der sich in Bereichen mit hohem Raupenvorkommen aufhalte.

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