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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftHunderte schwerkranke Corona-Patienten warten in Tokyo auf einen Platz im Krankenhaus

Gesundheitssystem komplett ausgelastet

Hunderte schwerkranke Corona-Patienten warten in Tokyo auf einen Platz im Krankenhaus

Der schnelle Anstieg der Coronainfektionszahlen hat im Großraum Tokyo dazu geführt, dass hunderte schwerkranker Corona-Patienten kaum Aussichten auf ein Krankenhausbett haben, da die Behandlungskapazitäten bereits ausgeschöpft sind.

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Das japanische Gesundheitsministerium meldete für den 12. August 1.487 Menschen, die mit schweren Symptomen einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden. Die Zahl übertrifft den bisherigen Höchstwert während der vierten Infektionswelle.

Betten für Corona-Patienten im Großraum Tokyo fast komplett belegt

In Tokyo und den drei Nachbarpräfekturen Chiba, Kanagawa und Saitama sowie der Präfektur Okinawa sind die Krankenhausbetten für Corona-Patienten fast vollständig belegt.

Die Zahl der Neuinfektionen lag am Freitag landesweit bei 20.366, was einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie in Japan darstellt.

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Auch die Anzahl der Menschen mit schweren Symptomen nimmt schnell zu.

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Während der vierten Infektionswelle dauerte es 53 Tage, bis die Zahl der schwer erkrankten Corona-Patienten von 400 auf 1.400 anstiegt, in der aktuellen Welle waren es nur 20 Tage.

Laut den Behörden sind etwa 70 Prozent der Menschen mit schweren Symptomen unter 60 Jahre alt, die meisten davon ungeimpft.

Offizielle Zahlen stimmen nicht mit der Realität überein

Laut Zahlen des Kabinettssekretariats waren die Krankenhausbetten für Corona-Patienten am 12. August in Tokyo zu 81 Prozent und in der Präfektur Kanagawa zu 96 Prozent belegt.

Laut eines Sprechers der Präfektur Kanagawa ist die Situation allerdings so, dass die Betten praktisch alle belegt sind, und wenn ein Patient entlassen werden kann, wird sein Bett keine 5 Minuten später erneut genutzt.

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In Chiba sind laut der Zahlen noch 40 Prozent der Krankenhausbetten frei, allerdings sagte der Gouverneur der Präfektur, dass die tatsächliche Situation eine andere sei und alle Betten belegt seien, da auch Menschen mit mäßigen Symptomen behandelt würden, bei denen sich der Zustand rasant verschlimmern könnte.

In Okinawa gibt es bereits die ersten Anzeichen, dass das Gesundheitssystem zusammenbrechen wird.

Gesundheitsexperten sprechen mittlerweile davon, dass die Pandemie das Ausmaß einer Naturkatastrophe in Japan erreicht habe.

Japans Premierminister Yoshihide Suga teilte Reportern am 13. August mit, er habe die mit der Gesundheitskrise befassten Minister des Kabinetts angewiesen, die Einrichtung von „Sauerstoffstationen“ für COVID-19-Patienten zu erwägen, die sich zu Hause erholen und Sauerstoffinhalation benötigen.

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