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Immer mehr Menschen mit schweren Symptomen müssen behandelt werden

Immer mehr Krankenhäuser in Japan sind überlastet

Immer mehr Krankenhäuser in Japan, die in den am stärksten durch die Pandemie betroffenen Gebieten liegen, sind überlastet, da immer mehr Patienten mit schweren Symptomen behandelt werden müssen.

Die Zahl der schwer erkrankten Patienten in Japan erreichte am Donnerstag 280, ein weiterer Anstieg könnte nun dazu führen, dass Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sind, schwerkranke Patienten zu behandeln.

50 Prozent der Betten in einigen Krankenhäusern mittlerweile belegt

Mittlerweile sind mehr als 50 Prozent der Krankenhausbetten für COVID-19-Patienten in den Präfekturen Tokyo, Kanagawa, Osaka und Hokkaido belegt, nachdem in der vergangenen Woche ein Anstieg der Neuerkrankungen in Japan eingesetzt hatte. Experten sind besorgt über den anhaltenden Druck, der auf das medizinische Personal ausgeübt wird.

Mehr zum Thema:  Japan überdenkt Regelungen für Krankenhausbehandlungen von Covid-19-Patienten

„Längere Krankenhausaufenthalte werden zu einer größeren Belastung für die Gesundheitseinrichtungen“, so Masataka Inokuchi, Vizepräsident der Ärztekammer in Tokyo, bei einem Treffen am Donnerstag mit der Stadtverwaltung. „Die Sicherung von mehr Krankenhausbetten ist eine dringende Notwendigkeit.“

Am Mittwoch waren 1.354 von 2.640 – oder etwa 51 Prozent – der Krankenhausbetten für COVID-19-Patienten in Tokyo belegt, was einem Anstieg von 10 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche entspricht. Die Stadtverwaltung von Tokyo verzeichnete am Freitag 522 Infektionen, nachdem sie am Donnerstag 534 und am Mittwoch 493 Infektionen verzeichnet hatte, womit Japans Hauptstadt insgesamt 36.700 Infektionen und 476 Todesfälle zu verzeichnen hat.

„Die Zahl der älteren Menschen, die sich infiziert haben, sowie die der asymptomatischen und nicht nachweisbaren Fälle nimmt rapide zu“, sagte Tokyos Gouverneurin Yurike Koike während einer Pressekonferenz am Freitag. Koike fügte hinzu, dass zwar neue Fälle in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit aufträten, schwere Fälle aber nicht so abrupt zunehmen und die Situation in dieser Hinsicht noch unter Kontrolle ist.

Die Rückverfolgung der Infektionswege wird immer schwieriger, da die Umstände, unter denen die Häufungen von Fällen aufgetreten sind, im Vergleich zu früheren Wellen vielfältiger sind, sagten Experten bei einem Treffen am Donnerstag in der Stadtverwaltung.

Experten rechnen mit weiterem Anstieg der Infizierten in Tokyo

Norio Ohmagari, Direktor des Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention und Berater der Stadtverwaltung, sagte voraus, dass die Hauptstadt in vier Wochen mit der Aufzeichnung von mehr als 1.000 Fällen pro Tag beginnen könnte, wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen. In der ersten Welle waren ältere Patienten für die meisten Infektionen verantwortlich, während es Cluster waren, die auf junge Menschen zurückgingen, die in Hostess-Clubs und Bars infiziert wurden und die Krankenhäuser in der zweiten Welle fast lahm legten.

In jüngerer Zeit haben sich Cluster an Arbeitsplätzen, in öffentlichen Einrichtungen und Haushalten unter anderem in den Präfekturen Tokyo, Hokkaido, Kanagawa, Aichi, Osaka und Ibaraki weiter herausgebildet.

Winter könnte zu weiteren Ansteckungsherden führen

Hokkaido war die erste Präfektur, die im vergangenen Monat einen Anstieg der neuen Fälle verzeichnen konnte. Mitarbeiter der Präfekturverwaltung befürchten, dass es mit dem nahenden Winter zu weiteren Ansteckungsherden kommen wird und dass die Menschen sich mehr in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung aufhalten, in denen sich das Virus leichter ausbreiten kann.

Trotz des landesweiten Anstiegs von Infektionen sagt die japanische Regierung, dass keine Gemeinde darum gebeten habe, aus der „Go To Travel“-Kampagne herausgenommen zu werden, einem staatlich subventionierten Programm für Inlandsreisen, von dem Experten und Mitarbeiter des Gesundheitswesens sagen, dass es die anhaltende Ausbreitung des Virus verschlimmere.

Der Präsident des japanischen Ärzteverbands, Toshio Nakagawa, sagte am Mittwoch während einer Pressekonferenz, dass es zwar unklar sei, ob die Reisekampagne für den Anstieg neuer Infektionen verantwortlich sei, aber dass sie auf jeden Fall als Katalysator wirkt.

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