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Deutlicher Anstieg verzeichnet

Immer mehr Notfallpatienten werden in Japan von Krankenhäusern abgewiesen

Seit Januar wurden fast 55 Prozent aller Notfallpatienten von Krankenhäusern abgewiesen, wie Daten des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation zeigen.

Angesichts der großen Anzahl an Coronavirus-Patienten sind medizinische Einrichtungen in Japan zunehmend überlastet, sodass sie mittlerweile keine anderen Patienten mehr behandeln könnten.

Fälle, in denen Menschen, die über die Notrufnummer 119 Hilfe suchten, von medizinischen Einrichtungen drei oder mehr Mal abgewiesen wurden und 30 Minuten oder länger am Ort verblieben, an dem sie Hilfe brauchten, werden in Japan als Fälle mit „Abfertigungsschwierigkeiten“ gezählt.

Deutlich mehr Notfallpatienten werden mittlerweile abgewiesen

Laut der Untersuchung des Ministeriums wurden in der Woche vom 28. Dezember bis 3. Januar dieses Jahres insgesamt 2.179 Notfallpatienten abgewiesen, ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember.

Mehr zum Thema:  Gesundheitssystem in Japan bricht zusammen

Von den 2.179 Fällen ereigneten sich 1.014 in Gebieten, die unter dem Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr von Tokyo fallen. Ein Anstieg von 61 Prozent gegenüber dem Vormonat.

In Osaka waren es 271 Fälle, ein Anstieg von 42 Prozent und in Yokohama wurden 173 Fälle gezählt, ein Anstieg von 106 Prozent.

Der Anstieg verdeutlicht noch einmal den Druck, der auf dem medizinischen System in Japan lastet.

Ein Problem, das diesen Druck noch verstärkt, ist die Tatsache, dass bei Personen, bei denen eine Infektion festgestellt wurde, aber die fit genug erschienen, damit sie zu Hause bleiben und auf einen Krankenhausplatz warten konnten, plötzlich schwere Symptome entwickelten.

Die Nagao-Klinik in der westjapanischen Stadt Amagasaki in der Präfektur Hyogo beschäftigt sich mit der häuslichen Pflege. Ihr Leiter, Kazuhiro Nagao, berichtete, dass ein Mann in den 60ern, der sich zu Hause erholte, nachdem er Anfang Januar bei einem Antigentest positiv auf das Coronavirus getestet worden war, eines Nachts Atembeschwerden und 39 Grad Celsius Fieber bekam.

Als die Frau des Mannes das öffentliche Gesundheitszentrum anrief, wurde ihr angeblich gesagt: „Bitte rufen Sie einen Krankenwagen und suchen Sie ein Krankenhaus, das ihn aufnimmt.“

Nagao sagte: „Die öffentlichen Gesundheitszentren sind nicht in der Lage, auf den enormen Anstieg der Infizierten vollständig zu reagieren und das wirkt sich auch auf die Notfälle aus. Da es keine freien Betten mehr gibt, dauert es für Menschen mit gewöhnlichen Erkrankungen, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern, wie z. B. eine Gallenblasenentzündung, viel länger als üblich, ein Krankenhaus zu finden, das sie aufnehmen kann.“

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