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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftIn Japan wird das Paracetamol knapp

Apotheken sollen sich bevorraten

In Japan wird das Paracetamol knapp

Die Nachfrage nach Paracetamol ist durch die siebte Infektionswelle in Japan so stark angestiegen, dass es langsam knapp wird.

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Der Wirkstoff wird in Japan unter dem Namen Calonal vermarktet und wird von medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Fieber und Schmerzen verschrieben, da er als gut verträglich gilt.

Apotheken und medizinische Einrichtungen sollen sich bevorraten

Die Knappheit von Paracetamol hat nun dazu geführt, dass das Gesundheitsministerium medizinische Einrichtungen und Apotheken dazu aufgefordert hat, sich mit Tabletten zu bevorraten. Ärzte sollen nach Möglichkeit ein anderes Präparat verschreiben.

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Die verstärkte Nachfrage ist überall in japanischen Apotheken zu sehen. Eine Apotheke im Tokyoter Stadtteil Nerima verkaufte im Juli zum Beispiel etwa 2.000 verschriebene Calonal-Tabletten, weit mehr als die 500 bis 600, die sie in einem normalen Jahr im selben Monat abgibt.

Nachfrage nach Paracetamol explodiert durch hohe Infektionszahlen

Die Nachfrage explodierte in diesem Monat, als die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in die Höhe schnellte.

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Auch im August verkaufte die Apotheke in den ersten Tagen mehr als 1.000 Tabletten, die Paracetamol als Wirkstoff enthielten.

Das nicht-opioide Schmerzmittel gilt als gut verträglich und wird daher häufig bei Coronainfektionen verschrieben. Anders als beispielsweise das ebenfalls etablierte Analgetikum Ibuprofen können auch Schwangere und Kinder mit Calonal behandelt werden.

Auch die häufig nach einer Impfung auftretenden Nebenwirkungen wie Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit können gut mit Paracetamol in Schach gehalten werden, was ein weiterer Grund dafür ist, dass dieses Medikament auch in anderen Ländern teilweise gebunkert wird.

Das in Tokyo ansässige Unternehmen Ayumi Pharmaceutical gab am 29. Juli bekannt, dass es begonnen habe, die Calonal-Lieferungen anzupassen, da es aufgrund der in letzter Zeit stark gestiegenen Nachfrage nicht mehr in der Lage gewesen sei, die Bestellungen zu erfüllen.

Experten empfehlen, das Schmerzmittel nicht vorsorglich zu nehmen, sondern immer bei einem Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker zu klären, welche Medikation für die individuelle Situation geeignet ist.

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