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Selbst Deutschland ist schneller

Japan hinkt bei seiner Impfkampagne der Welt hinterher

Japan gibt mit seiner Impfkampagne kein gutes Bild ab, denn fast zwei Monate nach dem Start sind erst rund 0,5 Prozent der Bevölkerung geimpft worden.

Das Land ist derzeit von nur einem Corona-Impfstoff abhängig, ein weiterer soll demnächst zugelassen werden. Aktuell verimpft Japan Pfizer/Biontech.

Impfkampagne läuft sehr langsam

Die Impfkampagne begann im Februar, zuerst mit den 4,8 Millionen Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Davon haben bis Freitag, laut dem Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales, 0,87 Prozent ihre erste Dosis erhalten.

Am Montag startete Japan mit dem Impfen der 36 Millionen Menschen ab einem Alter von 65 Jahren, also 29 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes.

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Daten einer Studie der University of Oxford hingt Japan damit vielen Ländern deutlich hinterher, sogar Deutschland, wo bis zum 10. April 12.998.512 Menschen die erste Dosis und 4.985.798 Menschen beide Dosen bekommen haben, also 15 Prozent der Bevölkerung.

Israel macht es aktuell vor, denn dort haben über 61 Prozent der Bevölkerung bereits mindestens eine Dosis bekommen, in Großbritannien sind es 34 Prozent und die USA, wo aktuell viele Menschen hinschauen, sind es 34 Prozent (laut Our World in Data).

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren für die langsame Impfkampagne der japanischen Regierung verantwortlich ist. Allen voran, die langsame Zulassung.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech wurde erst zwei Monate nach Europa und den USA in Japan zugelassen.

Ein weiterer Grund ist, dass Japan derzeit für die Lieferung des Impfstoffs ausschließlich auf die Europäische Union angewiesen ist und für jede Lieferung eine Genehmigung gemäß den neuen Exportkontrollen der EU erforderlich ist, was bereits dazu führte, dass die Forderung nach einer stabilen Lieferkette laut wurden.

Lieferung des Impfstoffs aus Europa am 5. April am Flughafen Narita.
Lieferung des Impfstoffs aus Europa am 5. April am Flughafen Narita. Bild: Kyoto

Japanische Firmen kommen bei der Entwicklung eines Impfstoffs nicht hinterher

Der dritte Grund ist, dass die japanischen Firmen mit der Entwicklung eigener Impfstoffe nicht hinterherkommen. Bisher haben nur Anges Inc, Daiichi Sankyo, Shionogi & Co und KM Biologics mit klinischen Studien begonnen. Bis zur Zulassung ist es also noch ein langer weg.

Neben den drei Faktoren, die zu der langsamen Impfkampagne führen, kommt noch hinzu, dass die Skepsis bei vielen Menschen in Japan groß ist, besonders bei älteren Menschen.

Daher versucht das Land mit strengen Anforderungen und eigenen klinischen Studien dagegen zu wirken.

Doch das führt dazu, dass die Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Ausland, die Gefahr birgt, dass Japan für zukünftige Pandemie anfällig sein könnte.

Die japanische Regierung hatte, wie viele andere Regierungen, groß auf den Impfstoff gesetzt. Die Impfkampagne zeigt allerdings, dass man sich zu schnell ein Ergebnis erhoffte und nun auch den eigenen Maßstäben hinterherhinkt.

Das zeigt sich auch darin, dass es immer noch viele organisatorische Probleme zu lösen gibt.

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