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Schlagartiger Rückgang der Infektionen

Japan rätselt über den plötzlichen Rückgang der Corona-Infektionen

Die sechste Infektionswelle in Japan ist schlagartig abgeklungen, die Corona-Infektionen gehen mittlerweile immer weiter zurück. Doch wieso das so ist, nachdem allein in Tokyo eine lange Zeit täglich von mehr als 5.000 Neuinfektionen berichtet wurde, stellt Experten vor einem Rätsel.

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Mittlerweile sind die Bars und die Züge in Japan wieder voll, die Stimmung ist ausgelassen und Tokyo meldet pro Tag nur noch unter 100 Neuinfektionen, die allerdings recht mild verlaufen.

Impfkampagne als Schlüssel zum Erfolg?

Im Gegensatz zu Deutschland, gab es in Japan keinen Lockdown, um die Infektionen in den Griff zu bekommen. Es gab zwar mehrere Ausnahmezustände und eine Art „Quasi-Ausnahmezustand“, aber die Einschränkungen für die Bevölkerung waren eher harmlos.

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Ein Faktor für den bemerkenswerten Rückgang der Infektionen ist zweifelsohne die Impfkampagne. Zwar startete Japan sehr spät damit, die Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen und es gab mehr als eine Panne, aber das Land zog rasch an. Mittlerweile sind fast 70 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Das Land startete die Kampagne im Februar, aufgrund von Engpässen beim Impfstoff lief sie nur sehr langsam, bis sich die Versorgung Ende Mai zu stabilisieren begann.

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Die Zahl der Impfungen stieg dann schnell auf über 1 Million pro Tag.

Eine Maske zu tragen, ist in Japan nichts Ungewöhnliches

Weitere Faktoren könnten sein, dass man es in Japan gewohnt ist, eine Maske zu tragen, und das schlechte Wetter im August, das die Menschen zu Hause gehalten hat.

Der starke Rückgang der Infektionen begründet den aktuellen Optimismus, allerdings weiß man mittlerweile, dass der Impfschutz langsam nachlässt und der Winter steht vor der Tür.

Da man den genauen Grund für den Rückgang der Infektionen nicht kennt, warnen Gesundheitsexperten davor, dass eine weitere Infektionswelle Japan überrennen wird.

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Insbesondere weil sich der Rückgang eigentlich nicht mit der Impfkampagne erklären lässt, denn wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Tokyo stiegen die Infektionen sprunghaft an und Anfang August wurden landesweit rund 20.000 Neuinfektionen gemeldet.

Beim Testen nichts Neues

Der Rückgang könnte daher auch einen anderen Grund haben, Japan testet nicht mehr so viel. Daten des Großraums Tokyo zeigen, dass die Positivrate von 25 Prozent Ende August auf 1 Prozent Mitte Oktober gefallen ist. Während dieser Zeit ist die Zahl der Tests um ein Drittel zurückgegangen.

Um eine weitere Infektionswelle zu verhindern, kündigte der neue japanische Premierminister Fumio Kishida am Freitag an, dass bis Anfang November ein Bereitschaftsplan erstellt werden soll, der strengere Beschränkungen vorsieht und von Krankenhäusern mehr Betten und Personal für die Covid-19-Behandlung fordert.

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