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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftJapan will Impfquote bei Kindern ab 12 Jahren erhöhen

Infektionen steigen landesweit bei Kindern an

Japan will Impfquote bei Kindern ab 12 Jahren erhöhen

Viele Gemeinden in Japan wollen die Impfquote bei Grund- und Mittelschülern ab 12 Jahren erhöhen, da die Infektionen unter jungen Menschen im Land immer weiter zunehmen, wie Zahlen aus Tokyo zeigen.

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Eigentlich sollten junge Menschen seit einigen Wochen bereits vorrangig geimpft werden, die Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff haben den Plan allerdings vereitelt.

Termine vorrangig für Kinder

Am 2. September begann in Tottori die Vergabe von Terminen für Menschen ab 12 Jahren in drei Impfzentren. Dabei werden allerdings nicht nur die Kinder geimpft, sondern auch deren Eltern und andere Familienmitglieder, die im gleichen Haushalt leben.

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Zwischen dem 13. und 26. Juli waren 10,4 Prozent der Infektionen in der Präfektur Tottori auf Personen unter 19 Jahren zurückzuführen, vom 10. bis 23. August stieg die Zahl auf 25,2 Prozent.

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Der Gouverneur von Tottori, Shinji Hirai, kommentierte die Festlegung der Impfquote nach den Sommerferien mit den Worten: „Die Schule beginnt, und die Stimmen der Besorgnis nehmen zu.“

Keine Termine und zu wenig Impfstoff verhindern Anstieg der Impfquote

Auch die Stadt Sanuki in der Präfektur Kagawa versucht die Impfquote zu erhöhen, in dem man sich um die Zusammenarbeit mit sechs medizinischen Einrichtungen bemüht. Seit dem Wochenende können sich junge Menschen vorrangig für eine Impfung anmelden.

Allerdings gibt es immer noch Engpässe bei Impfstoffen für Kinder, am 28. August veröffentlichte die Stadt Takamatsu in der Präfektur Kagawa eine Bekanntmachung auf ihrer Website. In der Bekanntmachung wurden die Namen der medizinischen Einrichtungen aufgeführt waren, in denen Grund-, Mittel- und Oberschüler geimpft werden konnten.

Die meisten Termine waren von Anfang an belegt. Ein Sprecher der Stadt sagte: „Wir haben nicht genügend Vorräte, um die vorrangigen Impfstoffe für Kinder zu verwenden“.

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Die Präfektur Osaka richtete im Juni im MyDome Osaka im Stadtbezirk Chuo eine Massenimpfstelle ein, doch selbst, nachdem das Impfalter auf Kinder ab 12 Jahren herabgesetzt worden war, beschränkte sie die Impfungen auf Einwohner der Präfektur ab 18 Jahren.

Ein Sprecher der Präfektur erklärte, es sei schwierig, genügend Kinderärzte zu finden. Impfungen für Kinder unter 18 Jahren werden in der Regel individuell mit einem Hausarzt oder einer anderen medizinischen Fachkraft durchgeführt, die das Kind und seine Erziehungsberechtigten betreuen kann.

Landesweit ist die Zahl der Infektionen bei unter 20-Jährigen in Japan tendenziell steigend. Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales haben sich in der Woche bis zum 7. September landesweit rund 19 600 Personen im Alter von 19 Jahren oder jünger mit dem Coronavirus infiziert, was etwa 20 Prozent aller Neuinfektionen ausmacht.

Die wöchentliche Zahl ist etwa 14-mal höher als zwei Monate zuvor. Auffällig waren Fälle von Ansteckung durch Vereins- und Gruppenaktivitäten, bei denen junge Kinder und Studenten die Infektionsquelle waren.

Die Impfungen kommen jedoch nur langsam voran. Am 31. August hatten 87,5 Prozent der Personen über 65 Jahren zwei Impfungen erhalten, während die Zahl der 12- bis 19-Jährigen nur 7,5 Prozent betrug und damit niedriger war als in anderen Altersgruppen.

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