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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftJapanische Ärzte warnen vor den Nachwirkungen des Coronavirus auf Jugendliche

Japanische Regierung zum Handeln aufgefordert

Japanische Ärzte warnen vor den Nachwirkungen des Coronavirus auf Jugendliche

Ärzte in Japan warnen davor, dass viele Jugendliche, noch lange unter den Nachwirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus zu leiden haben, auch wenn sie die Infektion selbst besiegt haben.

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Zu den Nachwirkungen gehören Unwohl sein und Atembeschweren, in einigen Fällen wurden jüngere Patienten bettlägerig, obwohl sie keinen schweren Infektionsverlauf hatten.

Kaum medizinische Einrichtungen für Patienten mit Nachwirkungen

Da es bislang in Japan kaum medizinische Einrichtungen gibt, die Patienten mit Langzweitfolgen der Corona-Infektion behandeln, fordern die Ärzte die japanische Regierung auf, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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Das National Center for Global Health and Medicine führte im vergangenen Jahr eine Telefonumfrage bei Coronavirus-Patienten durch, die aus Krankenhäusern entlassen worden waren.

Die Umfrage ergab, dass in einigen Fällen vier Monate nach Beginn der COVID-19-Symptome weiterhin Atembeschwerden, Unwohlsein und Geruchsstörungen auftraten. Es gab auch Fälle, in denen Patienten mehrere Monate nach dem Auftreten der Krankheit Haarausfall hatten, so das Zentrum.

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Es gibt keine Behandlung für lang anhaltende COVID-19 Effekte, sagte Hiroshi Odaguchi, Generaldirektor des Kitasato University Oriental Medicine Research Center. „Ich glaube, die Ärzte tun sich schwer, darauf zu reagieren.“

Die Hirahata-Klinik, die etwa 700 solcher Patienten im ganzen Land untersucht hat, sagte, dass 95 Prozent über Unwohlsein klagten, während über 80 Prozent depressiv waren und ein vermindertes Denkvermögen hatten.

Erst einmal auf Sport verzichten

Koichi Hirahata, Leiter der Klinik, vermutet, dass ein Zytokinsturm, eine schwere Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem eines Patienten gesunde Organe angreift, eine der Ursachen für die Langzeitfolgen sein könnte. Er vermutet auch, dass Frauen eher von den Nachwirkungen betroffen sind als Männer, da sie häufiger von Autoimmunerkrankungen berichten.

Für Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben, sei es wichtig, eine Weile auf Sport zu verzichten, so Hirahata und warnte, dass schon ein Spaziergang zu einer Verschlechterung des Zustands führen könne.

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„In einem Fall wurde ein Patient bettlägerig, nachdem er zwangsweise trainiert hatte und wurde entlassen“, Hirahata. „Ich möchte, dass die Regierung das Problem ernsthaft angeht, indem sie Maßnahmen ergreift, wie z. B. die Öffentlichkeit über das Problem zu informieren, damit Patienten, die unter den Nachwirkungen leiden, keine Nachteile erleiden.“

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