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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftJapanische KI imitiert Stimmen von Krebspatienten

Japanische KI imitiert Stimmen von Krebspatienten

Ein Unternehmen in Tokyo erweckt landesweit Aufmerksamkeit, weil einer von der Firma entwickelten KI Krebspatienten, die ihre Stimme verloren haben, wieder wie früher kommunizieren können.

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Die von der Firma CoeFont entwickelte KI speichert im Vorfeld einer anstehenden Operation Tonlage, Akzent und Sprechgeschwindigkeit eines Patienten, um dann in Anschluss von diesem eingegebene Texte originalgetreu wiedergeben zu können.

Vom Videoproduzenten zum medizinischen Einsatz

Ursprünglich war die KI für Videoproduzenten gedacht gewesen, um zum Beispiel auf YouTube Sätze vorzulesen, und dabei die Stimmen von Sprechern und Synchronsprechern zu imitieren.

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Erst als Shogo Hayakawa, der Präsident von CoeFont, Kontakt zu einer 67-jährigen Krebspatientin hatte, deren Stimmbänder wegen einer Luftröhrenkrebsoperation nicht mehr funktionsfähig sein würden, erkannte er das medizinische Potenzial seiner KI.

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So wie sie gibt es in Japan rund 20.000 bis 30.000 Patienten, die ihre Stimme wegen einer Krebsoperation verloren haben, und mühsam wieder das Sprechen über die Speiseröhre oder mit speziellen Maschinen erlernen müssen.

Kommunikation über Smartphone

Die 67-Jährige musste zuerst acht Tage vor der Operation der KI rund 700 Sätze vorlesen, damit diese ihre Stimme naturgetreu erzeugen und nachbilden konnte.

Gleich nach der Operation konnte sie die KI dann das erste Mal benutzen, und sich mit einer Krankenschwester unterhalten, indem sie ihre Sätze in ein Smartphone eingetippte, dass diese dann per Lautsprecher wiedergab.

Durch die nahtlose Aneinanderreihung der Worte wird eine natürliche Unterhaltung ermöglicht, ohne dass es auffällt, dass die Stimme künstlich durch eine KI erzeugt wird.

Lippenbewegungen statt Texteingabe?

Mittlerweile hat die Firma CoeFont bereits über 100 Anfragen von Patienten für ihren kostenlosen Dienst erhalten.

Obwohl immer noch ein Umweg über das Smartphone und das Eintippen der Sätze erforderlich ist, kann der Dienst von jedem leicht erlernt und benutzt werden, um weiterhin mit der eigenen Stimme sprechen zu können.

Zukünftig soll die KI noch weitere Fortschritte machen. Eines Tages könnte es möglich sein, dass die KI alleine aus den Lippenbewegungen des Patienten ohne den Umweg der Texteingabe ihre Informationen erhält.

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