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Einheitliche Informationspolitik gefordert

Japanische Regierung muss die Diskriminierung von Coronavirus-Infizierten bekämpfen

Laut eines Berichts eines Gremiums muss die japanische Regierung die Diskriminierung von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, bekämpfen, da dies letztendlich zu einer Verbreitung des Virus führen wird.

Das Gremium schlägt vor, dass die Regierung einen einheitlichen Ansatz hinsichtlich der Offenlegung von Informationen über Infektionen entwickeln sollte.

Diskriminierung könnte zur Ausbreitung des Coronavirus führen

Die Rechtsanwältin Hitomi Nakayama, die dem Unterausschuss für Vorurteile, Diskriminierung und Privatsphäre im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Ausbruch vorsitzt, schlug Alarm da immer mehr Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden, die Schuld an der Verbreitung des Virus gegeben wird.

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In dem Bericht des Gremiums heißt es, dass die Schuldzuweisung an diejenigen, die sich mit dem Virus infiziert haben, dazu führt, dass sich die Menschen nicht testen lassen, was die Tür zu einer Situation öffnet, in der sich Infektionen in der Folge tatsächlich ausbreiten.

Der Bericht des Gremiums nennt Beispiele für die Diskriminierung von Menschen, die das Virus in sich tragen und enthält Vorschläge, wie die Beschränkung der über Infektionen veröffentlichten Informationen die Ausbreitung des Virus stoppen. Die Regierung wird nachdrücklich aufgefordert, eine einheitliche Methode zu entwickeln, wie Informationen über Infektionen veröffentlicht werden.

Ab September hörte das Gremium die Meinungen von Organisationen und Institutionen wie Krankenhäusern, Schulen und der Japan Newspaper Publishers & Editors Association. Acht Personen, darunter auch Ärzte, diskutierten anschließend die Situation im Zusammenhang mit der Diskriminierung durch Coronaviren. Das Spektrum der veröffentlichten Informationen über infizierte Menschen variiert je nach Präfektur, die die Daten veröffentlicht.

Nakayama sagte auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Veröffentlichung des Berichts: „Wenn mehr Details als nötig bekannt gegeben werden, könnte dies zur Diskriminierung führen. Es sollten allgemeine Richtlinien aufgestellt werden, um zu klären, welche Informationen veröffentlicht werden sollten“. Das Kabinettssekretariat und das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt werden zu einem späteren Zeitpunkt den Standpunkt der Regierung zu diesem Thema zusammenstellen und veröffentlichen.

Immer mehr Menschen nehmen Beratungsdienste in Anspruch

Zu den spezifischen Beispielen für Diskriminierung, die in dem Bericht beschrieben werden, gehört ein Fall, in dem mindestens einem Kind von medizinischem Personal der Schulbesuch verwehrt wurde, weil eine Krankenschwester in dem Krankenhaus, in dem der Elternteil arbeitet, mit dem Coronavirus infiziert war. Auch ein Fall, in dem Bilder von Schülern der Sekundarstufe, die Teil eines Infektionsclusters waren, ins Internet gestellt wurden, ist aufgeführt.

Eine Umfrage der National Governors‘ Association ergab, dass etwa 80 Prozent der japanischen Präfekturen Beratungsdienste für Menschen, die Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt sind, eingerichtet haben, die immer mehr Menschen in Anspruch nehmen. Dazu heißt es in dem Bericht: „Diskriminierende Worte und Handlungen könnten zu rechtlichen Schritten wegen Verleumdung und anderen Problemen führen.“

Der Bericht betont, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass jeder mit dem Virus infiziert werden könnte und die genaue Ursache von Gruppeninfektionen schwer zu ermitteln ist. Zudem wird die Regierung aufgefordert, die Aufnahme von Antidiskriminierungsmaßnahmen in die grundlegenden Reaktionsrichtlinien des Sondermaßnahmengesetzes über Influenza und neue Infektionskrankheiten zu prüfen.

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