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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftJapanische Zoos erklären Elefantenzucht für gescheitert

Deswegen könnten die Dickhäuter im Laufe der Zeit aus vielen Zoos verschwinden

Japanische Zoos erklären Elefantenzucht für gescheitert

Lange Zeit versuchte der Zoo von Akita, den afrikanischen Buschelefanten zu retten. Ein Weibchen wurde deswegen zwischen zwei verschiedenen Zoos hin und her getauscht, in der Hoffnung, dass es zu einer Paarung kommt. Dieses Projekt wurde nun nach dem Tod eines männlichen Elefanten für gescheitert erklärt und die allgemeinen Bedingungen wurden als schlecht deklariert.

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Der Afrikanische Elefant steht auf der „Roten Liste“ der bedrohten Arten. Aufgrund ihrer geringen Population ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein neuer Bulle für die Zucht ins Land kommen wird. Nun wird erwartet, dass nach dem Tod der beiden verbliebenen Exemplare die japanische Öffentlichkeit keine Gelegenheit mehr haben wird, die Tiere zu sehen.

Noch immer töten Wilderer Elefanten wegen ihres Elfenbeins, und auch ihr Lebensraum wird zunehmend zerstört, sodass das Überleben der Tiere in Gefahr ist. Auch nach Japan wird viel Elfenbein verkauft, da dies dort im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Welt erlaubt ist. Obwohl der internationale Handel mit Elfenbein seit 1990 verboten ist, floriert der Schwarzmarkt, insbesondere in Japan.

Elefanten lassen sich nur schwer züchten

Damit die Kinder in Japan Elefanten nicht nur aus Büchern kennen, begann das Land 2018 mit der Zucht der Tiere. 2018 kam der weibliche Afrikanische Elefant Lily in den Zoo Akita Omoriyama. Das Weibchen Hanako zog im Austausch in einen Zoo in Sendai. Lily sollte sich mit dem Bullen Daisuke paaren, allerdings verstarb dieser im März 2021. Die drei Elefanten waren zum Zeitpunkt des Wechsels schon 29 Jahre alt.

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Im „Morioka Zoological Park“ in Iwate lebt das junge Weibchen Mao, das ebenfalls für die Zucht in Betracht gezogen wurde, schließlich aber nicht ausgewählt wurde. Taro, ein Elefanten-Bulle aus dem Zoo in Iwate, starb im November 2018, kurz nachdem das Zuchtprogramm ins Leben gerufen wurde. Der Plan war, dass sich die Tiere paaren, bevor sie 30 Jahre alt sind, aber dafür ist die Zeit jetzt zu kurz.

Nachdem bei beiden Tieren kein Einsprung stattgefunden hatte, wurde es als Erfolg angesehen, sie dazu zu bringen, wieder Eier zu produzieren. Beide Weibchen sind jedoch inzwischen 33 Jahre alt und zeigen keine Anzeichen von Paarungsbereitschaft, sodass sie nun in ihre ursprünglichen Zoos zurückkehren. Im Juli 2022 gab es in Japan noch 23 Elefanten, die in 12 Zoos untergebracht sind, davon sind allerdings nur vier Exemplare Männchen. Die Bullen sind wegen ihrer rauen Art nur schwer im Zoo aufzuziehen und haben eine kürzere Lebenserwartung.

Neue Wege gehen

Der afrikanische Buschelefant ist das größte Landsäugetier der Erde und lebt in der Regel in der südlichen Sahara. Die Tiere leben in Herden im Savannen-Grasland. Die Fortpflanzung in Zoos erweist sich als schwierig, da die meisten Tiere nicht die nötigen sozialen Kontakte knüpfen, wie es für die Paarung nötig ist. Außerdem sind Elefanten-Weibchen 22 Monate lang trächtig.

In Japan gab es bisher neun erfolgreiche Geburten von Kälbern. Die erste fand 1986 in Gunma, die letzte 2012 im „Tobe Zoological Park“ (Präfektur Ehime). Der Elefant aus Ehime, der einen Sohn zeugte, verstarb 2016. Sein Sohn lebt derzeit leihweise in einem anderen Zoo.

Die JAZA, die das Zuchtprogramm überwacht, ließ durch eine Software analysieren, dass es in 20 Jahren keine Afrikanischen Elefanten mehr in Japan geben wird. Aktuell werden Möglichkeiten wie künstliche Befruchtungen geprüft. Es ginge aber vor allem darum, eine Umgebung zu schaffen, in der die Tiere lange und zufrieden leben können.

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