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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftJapanischer Forscher beweist, dass auch Tiere einen Sinn für Grammatik haben

Vor allem bei Vögeln scheint die richtige Sprache wichtig zu sein

Japanischer Forscher beweist, dass auch Tiere einen Sinn für Grammatik haben

Ein japanischer Forscher aus Osaka, der normalerweise in den Wäldern und Parks der Gegend unterwegs ist und die Vögel beobachtet, konnte jetzt zum ersten Mal beweisen, dass Tiere durch Wörter kommunizieren und dabei ihre eigene Grammatik haben.

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Toshitaka Suzuki ist ein 38-jähriger Assistenzprofessor am Hakubi-Zentrum für fortgeschrittene Forschung an der Universität Kyoto. Schon früh in seinem Studium interessierte er sich besonders für japanische Meisen, die etwa 15 Zentimeter klein sind. Während er Meisen in einem Wald bei Karuizawa (Präfektur Nagano) beobachtete, bemerkte er, dass ein Vogel einen Ruf ausstieß, den er bisher noch nie gehört hatte. Dieser führte dazu, dass der komplette Schwarm wegflog. Kurz darauf tauchte ein Falke, einer der stärksten Fressfeinde der Meisen, am Himmel auf.

Vor allem Vögel haben einen Sinn für Grammatik

Der Forscher war überzeugt, dass die Meisen für verschiedene Situationen eigene Rufe benutzen, und begann mit Experimenten. Seitdem nutzt er den Wald als sein Labor und verbringt seit 16 Jahren in der Regel sechs bis acht Monate im Jahr in der Gegend von Karuizawa. Anfangs wollte der Wissenschaftler beweisen, dass auch Vögel Worte wie wir benutzen. Er ging von der Idee aus, dass ein bestimmter Ruf, wenn z. B. eine Schlange auftaucht, auch „Schlange“ bedeutet.

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Um das zu beobachten, wurde eine präparierte Schlange in der Nähe eines Nistkastens angebracht. Dabei erkannte er, dass ein spezieller schriller Laut nur dann benutzt wurde, wenn die Vögel die Schlangen oder andere präpariere Fressfeinde sahen. Anschließend spielte der Forscher diesen Ton ab, woraufhin die Vögel begannen den Boden aufzusuchen, als ob sie erneut nach einem Feind suchen würden. Um seine Theorie weiter zu beweisen, befestigte Suzuki einen Stock an einer Schnur und machte schlangentypische Geräusche, während er den Stock an einem Baum in der Nähe der Vogelnester hochzog.

Außerdem ertönte erneut der schrille Warnruf. Wieder kamen die Vögel angeflogen, um zu prüfen, ob wirklich ein Feind in der Nähe war. Bei anderen Rufen reagierten die Vögel kaum und ließen sich nicht weiter durch den Stock stören. Daraus konnte der japanische Wissenschaftler schließen, dass die Vögel, wenn sie einen bestimmten Ruf hören, davon ausgehen, dass eine Schlange in der Nähe ist und kommen, um dies zu überprüfen.

Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier soll gefördert werden

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Die Ergebnisse seines Experiments veröffentlichte der Japaner bereits 2018 in der Publikation „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America„. Damit belegte er, dass auch Tiere Wörter benutzen können. Anschließend wandte sich Suzuki der Grammatik zu. Dabei konzentriert er sich vor allem auf Warn- und Versammlungsrufe, die Meisen nutzen, um gemeinsam gegen Feinde vorzugehen.

Wenn die Vögel bestimmte Lauten hören, beginnen sie sich um ihre Feinde zu sammeln und diese gemeinschaftlich zu bedrohen. Einige Tiere behalten während dieses Manövers die Umgebung im Auge. Allerdings sorgte nur eine bestimmte Geräuschfolge für ein entsprechendes Verhalten, sodass der Forscher davon ausgeht, dass auch die Grammatik stimmen muss, um ein entsprechendes Verhalten zu erreichen.

Es gab und gibt viele Berichte, in denen behauptet wird, dass Tiere möglicherweise über eine eigene Sprache, einschließlich Grammatik, verfügen. Wissenschaftlich konnte dies bisher aber noch nicht bewiesen werden. Der japanische Wissenschaftler stimmte zu, dass die Tiersprache bisher nur rudimentär erforscht ist, weil man davon ausgeht, dass sich Menschen und Tiere in ihrer Kommunikation deutlich unterscheiden.

Der Japaner hofft jetzt, dass seine neuesten Entdeckungen im Bereich der Grammatik dazu beitragen, diesem Gebiet in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Suzuki will sich weiterhin im Gebiet Tier-Linguistik einbringen, um ein besseres Verständnis zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen.

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