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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftJapanischer Robben-Roboter hilft weltweit bei Therapien

Der süße Roboter hilft dabei, Ängste und Stress abzubauen

Japanischer Robben-Roboter hilft weltweit bei Therapien

Ein Labor in der Stadt Tsukuba (Präfektur Ibaraki) ist die Heimat vieler verschiedener Therapie-Roboter. Vor allem eine kleine Sattelrobbe mit hellrosa Fell erweist sich als zuverlässiger Helfer im Ernstfall. Das elektrische Tier kann beruhigende Töne von sich geben und reagiert auf Berührungen.

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Paro, so der Name der Robbe, gilt als erfolgreichster Therapie-Roboter der Welt und ist so beliebt, dass er mittlerweile auch schon in anderen Ländern zum Einsatz kam. Das elektrische Tierchen wurde von einem Forscher des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology entwickelt und ist so beliebt, gerade weil es keine Hausarbeiten macht und auch nicht aussieht wie ein typisches Haustier.

Roboter hilft an Orten, wo echte Tiere nicht hinkommen

Der Körper, die Nase sowie die Schnurrhaare der Robbe sind mit optischen, taktilen und akustischen Sensoren ausgestattet. Durch künstliche Intelligenz kann das Tierchen seine Umgebung wahrnehmen und auf Aktionen seiner Besitzer reagieren. Der Roboter reagiert auch auf einen Spitznamen und kann im Laufe der Zeit sogar eigene Gewohnheiten entwickeln.

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Der intelligente Roboter hat vor allem die Aufgabe, Patienten ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit zu vermitteln. Bei klinischen Tests mit Demenz-Kranken sorgte Paro dafür, dass Nebensymptome merklich zurückgingen. Angstpatienten in den USA brauchten dank der Unterstützung des Roboters wesentlich weniger Medikamente, oder die Wirkung der Mittel hielt länger an.

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In Großbritannien hilft Paro ebenfalls bei der Behandlung von Demenz. Mittlerweile wird die Hilfe sogar von der Krankenversicherung übernommen. Mehr als 7.000 Robben-Roboter sind inzwischen in mehr als 30 Ländern im Einsatz, auch wenn Paro erst einen schweren Start hatte.

Bereits 1993 begann der japanische Forscher mit der Entwicklung seines Robben-Roboters, hatte in Japan aber Schwierigkeiten, Geldgeber für sein Projekt zu finden. Erst in den USA konnte er seine Entwicklung finalisieren. In den USA waren Therapietiere bereits seit Jahren anerkannt und halfen großen und kleinen Patienten während ihrer Therapie.

Hund, Katze oder Robbe?

Der Japaner entwickelte drei Prototypen, die einen Hund, eine Katze und eine Robbe darstellten. Bei Versuchen kamen zwar Hund und Katze gut an, konnten aber nicht mit der Robbe konkurrieren. Viele Studien-Teilnehmer wussten nur sehr wenig über Robben und brachten den Tieren weniger Vorurteile gegenüber.

Seit 1998 gehört Paro zum festen Angebot des Labors, selbst wenn er in dieser Zeit immer weiter verbessert und seine Funktionen erweitert wurden. Mittlerweile ist die kleine Robbe in die Massenproduktion gegangenen, kostet in Japan aber immer noch 450.000 Yen (circa 3.200 Euro), wobei der Preis im Ausland oftmals doppelt so hoch ausfällt.

Roboter-Katze
Lebensechte Roboter-Katze für Orte, an denen keine echten Tiere zugelassen sind Bild: Digidirect

In den meisten medizinischen Zentren und in Seniorenheimen sind echte Tiere verboten, Paros Fell allerdings besitzt antimikrobielle Eigenschaften, sodass er überall Zugang erhält. Viele Besitzer leiden oft darunter, dass sie ihre Haustiere nicht mit in die Klinik bringen können, die Robbe ist an dieser Stelle eine große Hilfe.

Nach dem großen Erdbeben in Ostjapan 2011 wurden 80 Roboter ins Katastrophengebiet geschickt, um die Betroffenen zu trösten. Auch in Japan sollen die Roboter-Robben als medizinisches Gerät anerkannt werden und in Kliniken zum Einsatz kommen.

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