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Regierung muss handeln

Japans Gesundheitsexperten kritisieren fehlende Verschärfung des Ausnahmezustands

Am Dienstag verlängerte Japans Premierminister den Ausnahmezustand für 10 Präfekturen bis zum 7. Mai, Gesundheitsexperten kritisieren allerdings, dass die Maßnahmen nicht verschärft wurden.

Viele Experten warnen, dass die japanische Regierung keine Ausstiegsstrategie und konkrete Pläne zur Entlastung der medizinischen Einrichtungen im Land hat und der Ausnahmezustand auch am 7. März nicht aufgehoben werden könnte.

Gesundheitsexperten sind besorgt über die Auslastung der Krankenhäuser

Zwar gab auch das Expertengremium der Regierung, das aus Gesundheitsexperten besteht, am 2. Februar grünes Licht für die Verlängerung des Ausnahmezustands, allerdings äußerten sich die Mitglieder ebenfalls besorgt über die steigende Zahl der Menschen, die mit schweren Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen.

Die Zunahme von Infektionen bei älteren Menschen hat die Situation in medizinischen Einrichtungen verschärft.

Mehr zum Thema:  Japan muss noch viele Probleme vor der Einführung der Covid-19-Impfungen lösen

Shuya Nomura, Professor an der Chuo University Law School kritisiert, dass die japanische Regierung klarstellen muss, welche Schritte sie unternimmt, um das Virus einzudämmen.

„Die Regierung hat keine ausreichenden Anstrengungen unternommen, um die Zahl der Krankenhausbetten oder des medizinischen Personals zu erhöhen“, so Nomura.

Toshiko Kikkawa, Professorin für Risikokommunikation an der Fakultät für Wirtschaft und Handel der Keio Universität, sagte, die Regierung verlasse sich zu sehr auf die Fähigkeiten der medizinischen Versorgungsstruktur.

„Es gibt keine spezifischen Standards für die Aufhebung des Ausnahmezustands oder einen Plan für die Zukunft“, so Kikkawa.

Sie fügte hinzu, dass die japanische Regierung die Ergebnisse ihrer Analyse darüber veröffentlichen sollte, ob der Rückgang der Corona-Infektionen eine Folge der zunehmenden Anzahl von Menschen ist, die von zu Hause aus arbeiten, oder der Verkürzung der Geschäftszeiten in Bars und Restaurants.

Die Daten sollten genutzt werden, um die Menschen darüber zu informieren, welche Maßnahmen von ihr verlangt werden, so Kikkawa.

Viele Menschen in Japan wollen sich nicht mehr selbst einschränken

Während einer Pressekonferenz am 2. Februar entschuldigte sich der japanische Premierminister bei den Menschen dafür, dass es ihm nicht gelungen war, die Pandemie vor dem ursprünglichen Ende des Ausnahmezustands am 7. Februar für 11 Präfekturen unter Kontrolle zu bringen.

Er rief die Unternehmen und die Öffentlichkeit dazu auf, die bisher von der Regierung geforderten Maßnahmen gründlicher umzusetzen. Dazu gehören die Verkürzung der Öffnungszeiten von Bars und Restaurants, die Vermeidung von unnötigen Ausflügen, die Arbeit von zu Hause aus und die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen.

Viele Menschen in Japan sind es mittlerweile allerdings überdrüssig sich selbst einzuschränken.

Laut der in Tokyo ansässigen Agoop Corp., einer Tochtergesellschaft der Softbank Group, die die Bewegungen von Menschen anhand von GPS-Daten auf ihren Mobiltelefonen verfolgt, nahm die Zahl der Menschen in der Nähe von größeren Bahnhöfen ab, kurz nachdem der Ausnahmezustand für Tokyo und drei benachbarte Präfekturen am 7. Januar ausgerufen wurde.

Seitdem ist den Daten zufolge jedoch ein allmählicher Anstieg des Fußverkehrs im Großraum Tokyo zu verzeichnen.

Ab nächster Woche sind in Japan allerdings Geldbußen für Verstöße gegen die Maßnahmen möglich, die Regierung erhofft sich so, dass sich mehr Menschen wieder einschränken werden.

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