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Viele Probleme

Japans Kampf mit der Pandemie

Die Olympischen Spiele haben in Japan begonnen und das Land kämpft weiter mit der Pandemie. Die Regierung gibt bei ihrem Kampf allerdings kein so gutes Bild ab.

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Aktuell befindet sich Tokyo im Ausnahmezustand, beste Voraussetzungen also für ein Sportereignis in der Größe der Spiele.

Japan kämpft seit Februar 2020 mit der Pandemie

Japan war eines der ersten Länder, in dem die Pandemie sich ausbreitete. Zuerst trat das Coronavirus auf einem Kreuzfahrtschiff im Februar 2020 auf, das in Yokohama einlief.

Die Situation wurde schlimmer, als von Ende vergangenen Jahres bis Ende Januar und von März bis Mai, die dritte und vierte Infektionswelle auftrat. In Osaka brach das Gesundheitssystem zusammen und viele Menschen konnten nicht mehr in Krankenhäusern behandelt werden.

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Die Reaktion der japanischen Regierung war der Ausnahmezustand, der allerdings im Vergleich zu den Maßnahmen zum Beispiel in Deutschland sehr harmlose Maßnahmen mitbringt, wie eigentlich alle Gegenmaßnahmen setzt man auf die freiwillige Mitarbeit der Bevölkerung. Das funktioniert mittlerweile übrigens nicht mehr sehr gut.

Die Präfekturen haben im Ausnahmezustand die Möglichkeit, von Unternehmen zu verlangen, dass sie ihre Öffnungszeiten ändern und wer das nicht mitspielt, kann eine Strafe kommen.

Aber mit dem Verhängen des Ausnahmezustands, um die Pandemie einzudämmen, begann die Regierung auch damit, die Menschen zu verwirren.

Jedes mal kurz nachdem die Maßnahme verhängt wurde, gab es sofort Stimmen, die von einer schnellen Aufhebung sprachen, was übrigens nach der 3. Welle auch passierte. Was dabei herauskam, hat Osaka erleben müssen.

Insgesamt wurde seit April 2020 viermal der Ausnahmezustand ausgerufen, seit Januar dieses Jahres sind Restaurants und Bars besonders im Visier der Regierung.

Zusätzlich hat Japan eine Vorstufe namens „Quasi-Ausnahmezustand“ eingeführt, um der Wirtschaft nicht zu sehr zu schaden. Diese Maßnahme bedeutet, dass Präfekturen Einschränkungen für eine Stadt gezielt festlegen können, die ganze Präfektur ist aber nicht betroffen.

Abriegelung

Japan begann früh damit sich mit Einreisebeschränkungen abzuringen. Touristen haben aktuell gar keine Chance in das Land einzureisen.

Was immer wieder von nicht wenigen Menschen gelobt wird, hat allerdings auch einen ganz großen Nachteil: Ehepartner*innen von Japaner*innen, Studenten und Ausländer mit Wohnsitz in Japan, haben es sehr schwer in das Land einzureisen. Die Berichte, dass viele keine Erlaubnis bekommen, häufen sich.

Zwar denkt man mittlerweile darüber nach, einen Impfpass zu akzeptieren, um so die Einreise zu erleichtern, aber das wird noch dauern. Als Tourist braucht man dieses Jahr eher nicht mehr damit zu rechnen, nach Japan reisen zu können.

Die Impfkampagne

Japans Impfkampagne startete im Februar, seit April werden Menschen ab einem Alter von 65 Jahren geimpft. Die Regierung setzt große Hoffnung auf das Impfen und sieht es als Weg, den Kampf gegen die Pandemie zu gewinnen.

Die Kampagne lief zuerst sehr schleppend an, doch seitdem drei Impfstoffe zugelassen wurden und man begonnen hat, Impfungen auch am Arbeitsplatz und Universitäten durchführen zu lassen und durch Massenimpfzentren, nahm die Kampagne an Fahrt auf.

Großspurig hatte Japans Premierminister mehrfach Versprechungen gemacht. Alle Menschen ab 65 Jahre sollen bis Ende Juli geimpft sein, pro Tag sollen bis zu 1 Million Impfdosen verabreicht werden und bis November soll jeder, der will, in Japan geimpft sein.

Tja, nur mittlerweile ist der Impfstoff knapp und es kommt zu Lieferengpässen, die aktuell die Präfekturen ausbremsen. Das Programm „Impfen am Arbeitsplatz“ wurde mittlerweile eingestellt.

Laut offiziellen Zahlen von Mittwoch haben mittlerweile 35 Prozent der japanischen Bevölkerung mindestens eine Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten. 23 Prozent sind zweimal geimpft worden.

An die Ziele des Premierministers glaubt allerdings niemand mehr.

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