Anzeige
HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftKatzen kennen laut japanischer Studie die Namen ihrer tierischen Mitbewohner

Forschungsergebnisse der Universität Tokyo

Katzen kennen laut japanischer Studie die Namen ihrer tierischen Mitbewohner

Dass Katzen ihren Namen erkennen und je nach Laune auch darauf reagieren, können viele Katzenliebhaber bestätigen. Nun bestätigt eine japanische Studie, dass sie auch die Namen weiterer Artgenossen im Haushalt erkennen.

Anzeige

Forscher der Universität Kyoto und weiterer Einrichtungen legten im Mai dieses Jahres ihre Ergebnisse vor. Laut ihnen habe eine Katze das Bild ihrer tierischen Mitbewohner vor Augen, wenn diese gerufen werden.

Katzen hören uns zu

Saho Takagi ist Expertin im Gebiet der Tierwissenschaften und Forschungsstipendiatin für vergleichende Kognitionswissenschaft an der Azabu Universität in der Nähe von Tokyo (Präfektur Kanagawa). Sie initiierte die Studie, als sie an der Kyoto Universität arbeitete.

LESEN SIE AUCH:  Haustiere retten Menschen in Japan während der Pandemie aus der Einsamkeit

„Ich möchte, dass die Menschen die Wahrheit erfahren. Es wirkt immer so, als würden sich Katzen nicht für die Gespräche der Menschen interessieren, doch in Wirklichkeit hören sie zu.“

48 Katzen halfen bei der Studie

Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse gemeinsam mit Kollegen in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Die Wissenschaftler erklärten, dass Tiere genau wie Menschen auf unerwartete Situationen reagierten und dann dem Geschehen über einen längeren Zeitraum hinweg große Aufmerksamkeit schenkten.

Katzen Mitbewohner Studie Mainichi
So sah der Versuchsaufbau aus, mit dem die Frage geklärt werden sollte, ob Katzen die Namen ihrer tierischen Mitbewohner erkennen. Bild: MS
Anzeige

In ihrer aktuellen Studie wollten die Forscher rund um Takagi untersuchen, ob Katzen die Namen befreundeter Artgenossen erkennen können. Sie wählten hierfür Katzen aus, die mit mindestens zwei weiteren Fellnasen zusammenlebten. Hierbei wohnten 19 Katzen in normalen Haushalten und 29 in Katzencafés.

Audio und Bilder in der Versuchsreihe

Während die Katzen entspannt saßen, spielten die Forscher menschliche Stimmen ab, welche die Namen der anderen Katzen im Haushalt riefen. Die Bilder der genannten Katzen und die von unbekannten Katzen wurden dann auf einem Monitor gezeigt, um die Reaktion der Versuchskatze zu untersuchen.

Studie Katzen Saho Takagi
Das Schema zeigt, wie die Forscher der Universität Kyoto ihre Hypothesen überprüfen wollten. Bild: Saho Takagi et al.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen ergaben, dass die Katzen die Fotos der unbekannten Artgenossen länger ansahen. Es ist sowohl für Mensch als auch Tier typisch, Unbekanntes und Neues länger zu betrachten. Dass die Gesichter der vertrauten Tiere beim Rufen ihrer Namen kürzer angesehen wurden, deutete darauf hin, dass sie von der Versuchskatze erkannt wurden.

Ob alle Namen der Tiere bekannt sind, hängt von der Anzahl der Katzen im Haushalt ab

Auch Katzen, die in Katzencafés leben, waren Teil der Studie. Bei ihnen konnten die Forscher jedoch nicht nachweisen, dass es einen Unterschied gab. Sie vermuteten, dass dies daran liege, dass in den Cafés so viele Katzen leben, dass die Einzelnen nicht alle Namen ihrer Artgenossen kennen.

In der Studie wurde auch untersucht, ob Katzen die Namen ihrer menschlichen Mitbewohner kennen. Auch hier sahen sie die Bilder länger an, wenn der gerufene Name nicht mit dem gezeigten Bild übereinstimmte.

Weiterführende Studien zum Thema sind geplant

Die nächste Studie ist bereits geplant: in dieser wollen die Wissenschaftler herausfinden, inwieweit sich Katzen an die Namen anderer Menschen erinnern können, und wie sehr sie die menschliche Sprache verstehen. Außerdem beschäftigt die Forscher die Frage, wie Katzen Namen und Gesichter lernen.

Anzeige
Anzeige