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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftKnapp 15.000 Senioren in Japan wurden bisher gegen Corona geimpft

Umfrage von Kyodo

Knapp 15.000 Senioren in Japan wurden bisher gegen Corona geimpft

Das Gesundheitsministerium Japans hat jüngst aktuelle Zahlen zum Stand der Corona-Impfungen aller Senioren veröffentlicht. Doch statt der erwähnten 6700 Geimpften haben bereits knapp 15.000 Menschen ab 65 Jahren eine Schutzimpfung erhalten.

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Die Angaben des Ministeriums unterscheiden sich damit immens von den Daten, die Kyodo News in einer Umfrage gesammelt hatte. Demnach ließen sich bis zum Ende der Umfrage am Freitag 14.994 Senioren in Japan impfen. Die unterschiedlichen Zahlen lassen Zweifel an der Genauigkeit des digitalen Systems des Gesundheitsministeriums aufkommen.

Unterschiedliches Vorgehen bei Datenerhebung

148 Gemeinden in 47 Präfekturen befragte Kyodo News für die Erhebung dieser Daten. Sie alle erhielten eine erste Charge an Impfstoffen. Das Ministerium sammelte seine Informationen mithilfe von Tablets. Jeder Einwohner musste zu seinem Termin einen Impfschein vorlegen, der mit einem Strichcode versehen ist. Über das Tablet wird dieser eingescannt und die entsprechenden Daten werden festgehalten. Doch wie konnte es zu dieser Diskrepanz kommen?

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Ein Beamter des Kabinettssekretariats sagte auf Anfrage, dass eine Zeitverzögerung bei der Eingabe der Daten ursächlich dafür sein könnte. In einigen Fällen scheinen die für die Digitalisierung der Daten zuständigen Gemeindebeamten die Daten nicht in Echtzeit einzugeben.

Der Umfrage zufolge gaben 63 Gemeinden an, dass ihnen die Anzahl der geimpften Personen in ihren Gebieten nicht bekannt sei. Teilweise hätten sie auch noch nicht mit der Impfung der berechtigten Einwohner begonnen.

Impfrate bei Medizinern vergleichsweise gering

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Mindestens 19 Gemeinden gaben an, dass sie statt Senioren zunächst Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen geimpft hätten. Mediziner sind in Japan neben den Senioren ebenfalls in Priogruppe 1. Eine rasche Versorgung dieser Gruppe ist von immenser Bedeutung, denn manche Mediziner weigern sich offenkundig bislang ohne Impfschutz mit Corona-Patienten zu arbeiten.

Pfitzer hat bereits reagiert und angekündigt, die Versorgung mit seinem Corona-Impfstoff zu erhöhen. Bis Ende September werde Japan genügend Dosen beschaffen können, um alle Einwohner ab 16 Jahren impfen zu können, sagte am Sonntag Japans Impfstoffminister Taro Kono.

Erst Senioren, dann Vorerkrankte

Zuvor hatte Albert Bourla, der CEO von Pfitzer, Japans Premierminister Yoshihide Suga telefonisch mitgeteilt, dass das US-Pharmaunternehmen die Lieferungen nach Japan erhöhen wird.

Die Impfungen für die Senioren begannen am 12. April. Sobald alle berechtigten älteren Menschen in Japan sowie Mediziner versorgt sind, sollen Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen geimpft werden.

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