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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftMehrere Präfekturen in Japan wollen den Ausnahmezustand

Menschen sollen ab 20 Uhr zu Hause bleiben

Mehrere Präfekturen in Japan wollen den Ausnahmezustand

Die Präfekturen Tokyo, Saitama, Chiba und Kanagawa stellten am Samstag bei der japanischen Regierung einen Antrag, damit der Ausnahmezustand über die Regionen verhängt wird.

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„Wir waren uns einig, dass wir uns in einer ernsten Situation befinden, die es rechtfertigt, die Ausrufung des Ausnahmezustands zu erwägen“, sagte Minister Yasutoshi Nishimura nach dem Treffen mit den Gouverneuren zu Reportern. „Wir werden die Meinung von Experten hören, bevor wir entscheiden.“

Präfekturen sollen Restaurants bitten noch früher zu schließen

Nishimura bat die vier Gouverneure der Präfekturen, die Restaurants der Regionen zu bitten, bereits um 20 Uhr zu schließen und versprach, dass die Entschädigungen für die Unternehmen ausgeweitet werden. Aktuell wurden Restaurants und Bars gebeten um 22 Uhr zu schließen, allerdings halten sich immer weniger Unternehmen daran.

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Außerdem sollen die Einwohner aufgefordert werden, nach 20 Uhr nur noch in Notfällen aus dem Haus zu gehen.

„Wir werden so viele Maßnahmen wie möglich ergreifen, um die aktuelle Ausbreitung der Infektionen einzudämmen“, so Tokyos Gouverneurin Yuriko Koike.

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Japans Premierminister Yoshihide Suga nahm nicht an dem Treffen der Gouverneure teil, er wurde von Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums über die Forderung der Gouverneure sowie den aktuellen Stand der Pandemie informiert.

Suga lehnt Ausnahmezustand immer wieder ab

Bisher wurde wegen der Coronavirus-Pandemie im April vergangenen Jahres der Ausnahmezustand über Japan verhängt, Premierminister Suga lehnt bisher solch drastische Maßnahmen ab.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen wird die allgemeine Forderung, dass ein erneuter Ausnahmezustand verhängt wird, allerdings lauter.

Rechtlich bedeutet dies allerdings keinen Lockdown. Zwar bekommen Gouverneure mehr Möglichkeiten, um Maßnahmen umzusetzen, rechtliche Möglichkeiten bei Verstößen haben sie allerdings nicht, ein Umstand, der immer wieder kritisiert wird und sich nun ändern soll.

Tokyo verzeichnete am Donnerstag insgesamt 1.337 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Da über Neujahr kaum getestet wird, sind am Samstag 815 Neuinfizierte gemeldet worden.

Landesweit wurden am Donnerstag insgesamt fast 3.000 Infektionen gemeldet. Weiterhin bleibt das Problem, dass Japan verhältnismäßig wenig testet und die Dunkelziffer laut Experten um einiges höher liegen dürfte.

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