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Kritik an der Regierung

„Go To Travel“-Kampagne sorgt für Clusterinfektionen auf abgelegener Insel

In Hokkaido kommt es zurzeit zu einem deutlichen Anstieg an Infektionen mit dem Coronavirus, das trifft auch abgelegene Inseln, die zur Präfektur gehören. Die Einwohner machen insbesondere die „Go To Travel“-Kampagne für den Anstieg verantwortlich.

Besonders auf der Insel Rishiiri machen sich die Menschen Sorgen, da die Insel keine ausreichende Gesundheitsversorgung hat, um Clusterinfektionen zu behandeln.

Reisesubvention steht im Widerspruch zu Präventionsmaßnahmen

Eine Clusterinfektion trat in einem Restaurant in der Stadt Rishirifuji auf, insgesamt 10 Arbeiter und Kunden erkrankten an dem Virus. Einschließlich der am 12. November bestätigten Infektionen hat die Insel Rishiri nun 14 Coronavirus-Fälle zu verzeichnen.

Mehr zum Thema:  Japans Inseln zwischen Tourismus und Corona

Ein Einwohner sagte: „Das Virus wird von Menschen von außerhalb der Insel eingeschleppt. Ich könnte die „Go To“-Kampagne verstehen, wenn das Virus eingedämmt wäre, aber in einer solchen Situation weiterzumachen, ist gleichbedeutend mit der Einschleppung des Virus aus Großstädten. Es steht im Widerspruch zu der Regierungs-Forderung nach Infektionsprävention“.

Ein Vertreter des Handels- und Industrieverbandes in Rishirifuji sagte: „Es ist bedauerlich, dass dies geschah, nachdem wir die Geschäfte gebeten hatten, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Wir sind besorgt darüber, wie weit sich das Virus ausbreiten wird“.

„Go To Travel“-Kampagne sorgt für einen Anstieg der Touristen außerhalb der Saison

Obwohl die Hauptsaison für den Tourismus im Sommer liegt, sorgt die Reisesubvention dafür, dass auch jetzt immer mehr Menschen die Insel besuchen.

Nach Angaben der Präfekturverwaltung von Hokkaido gibt es auf der Insel nur ein Krankenhaus, das Coronavirus-Patienten aufnimmt, aber nur über wenige Betten verfügt.

Gibt es zu viele Patienten, müssen sie von der japanischen Küstenwache oder mit Flugzeugen zu anderen Krankenhäusern transportiert werden.

Der leitende Berater des Gesundheits- und Sozialamtes der Präfektur Hokkaido sagte: „Diesmal läuft alles gut, aber es besteht die Sorge, dass es im Winter wegen des stürmischen Wetters Probleme beim Transport der Patienten geben könnte.“

Die Insel Rishiri hatte sich bemüht, Infektionen zu verhindern und in einer Erklärung im April und Mai, als die Regierung den Ausnahmezustand des Coronavirus ausgerufen hatte, Touristen gebeten, nicht auf die Insel zu kommen.

Der Bürgermeister von Rishiifuji, Shozo Tamura, sagte damals: „Wir befinden uns im Ausnahmezustand. Ich weiß, dass die Bewohner sich besorgt fühlen, aber ich bitte sie, geordnet zu handeln und weitere Präventivmaßnahmen zu ergreifen“.

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