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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftMenschen in Japan erwartet eine "neue Normalität"

Studie rät zur Vorsicht

Menschen in Japan erwartet eine „neue Normalität“

Nach mehreren Monaten Pandemie hoffen nicht wenige Menschen darauf, dass die Welt bald wieder zur Normalität zurückkehrt, so auch in Japan.

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Allerdings warnt eine von der japanischen Regierung vorgelegte Studie davor, dass diese Erwartungshaltung nicht erfüllt wird und es eine „neue Normalität“ geben wird.

Menschen müssen weiter Vorsichtmaßnahmen einhalten

In der Studie heißt es, wenn die Menschen zu ihrer gewohnten Normalität zurückkehren und die Vorsichtsmaßnahmen ignorieren, könnten im Laufe eines Jahres 100.000 Menschen in Japan an der Infektionen mit dem Coronavirus sterben. Auch dann, wenn eine Impfquote von 90 Prozent erreicht wird.

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Die Studie wurde von Yuki Furuse, außerordentlicher Professor für Infektionskrankheiten an der Universität Kyodo erstellt. Dafür führte er eine Simulation durch, in der die zu erwartenden Todesfälle auf der Grundlage verschiedener Szenarien für die Einführung des Impfstoffs und Änderung der Lebensweise untersucht wurden.

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Die Simulation ging von einer Sterblichkeitsrate für ungeimpfte Personen von 5,7 Prozent bei Menschen über 60, von 0,2 Prozent bei Menschen zwischen 40 und 50, von 0,01 Prozent bei Menschen zwischen 20 und 30 und von 0,005 Prozent bei Teenager und darunter aus.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs für die Delta-Variante wurde mit 70 Prozent gegen eine Infektion und mit 90 Prozent gegen Krankenhausaufenthalte, schwere Symptome und Todesfälle bemessen.

Laut des Ergebnisses werden jährlich mindestens 100.000 Menschen an der Infektion sterben, selbst wenn 90 Prozent der Bevölkerung Japans geimpft ist, wenn die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung und das Tragen von Masken nicht mehr greifen.

Die Studie ging von einer Reproduktionszahl von 5 für die Delta-Variante aus, was bedeutet, dass im Durchschnitt jede infizierte Person fünf andere anstecken würde.

Die Studie zeigte auch, dass die Aussichten ganz anders wären, wenn die Delta-Variante nur so ansteckend wäre wie die Alpha-Variante. Die Alpha-Variante gilt als um bis zu 50 Prozent übertragbarer als der ursprüngliche Stamm des Coronavirus.

Japanische Regierung will Corona-Maßnahmen lockern

Laut aktuellen Daten sind mittlerweile 50 Prozent der japanischen Bevölkerung vollständig geimpft.

In Japan sind seit Beginn der Pandemie mehr als 16.000 Menschen an der Infektion gestorben. Die Hälfte der Todesfälle wurde in den letzten sechs Monaten verzeichnet.

Der Unterausschuss der japanischen Regierung für die Bekämpfung des Coronavirus, hat am 3. September die Empfehlung ausgesprochen, dass die Beschränkungen sozialer Aktivitäten beibehalten werden müssen, während die Bewegungseinschränkungen allmählich gelockert werden sollten. Dabei wurde betont, dass die Impfung allein kein Grund für eine vollständige Aufhebung der Einschränkungen des sozialen Lebens sein kann.

Die japanische Regierung stellte vergangene Woche eine Exit-Strategie vor, die einige Lockerungen der Corona-Maßnahmen vorsieht.

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