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HomeNewsGesundheit & WissenschaftPläne für Schließung von Unternehmen stößt in Osaka auf starke Kritik

Einbußen für die Wirtschaft befürchtet

Pläne für Schließung von Unternehmen stößt in Osaka auf starke Kritik

Nachdem die Präfektur Osaka bei der japanischen Regierung die Verhängung des Ausnahmezustands beantragt hat, kündigte Gouverneur Hirofumi Yoshimura an, dass er plant, Unternehmen zu schließen, um so die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Seine Pläne stießen allerdings auf Kritik bei Experten, betroffenen Firmen und sogar bei seinen eigenen Beratern.

Schließung als Symbolpolitik kritisiert

Die Kritiker sind der Meinung, dass die Aufforderung Unternehmen wie Kaufhäuser und Vergnügungsparks zu schließen, unwissenschaftlich und rein symbolisch sei. Außerdem wäre diese Maßnahme eine zusätzliche Belastung für die angeschlagene Wirtschaft.

Die japanische Regierung plant den Ausnahmezustand noch in dieser Woche über die Präfektur zu verhängen, da die Zahl der Neuinfektionen immer weiter steigt.

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Das Hin und Her in Osaka zeigt, was in Japan passiert, wenn ein Gouverneur aktiv gegen die Pandemie kämpfen will.

Am Dienstag sagte Yoshimura, dass das Gesundheitssystem der Präfektur sehr angespannt ist und man stärker Restriktionen braucht, um die Bewegung der Menschen einzuschränken.

Einige Mitglieder des „Coronavirus-Beirates“ der Präfektur zögerten allerdings, den Antrag zu befürworten, da sie befürchteten, dass dies die Wirtschaft weiter schaden würde und nur wenig Einfluss auf die Eindämmung der Infektionen beitragen würde.

Auch die betroffenen Unternehmen äußerten Kritik

Yoshi Murata, Betreiber der Kaufhauskette Takashimaya sagte gegenüber NHK: „Es werden Vorkehrungen getroffen, das Personal wurde nicht positiv getestet und es wurden keine Cluster-Infektionen in Kaufhäusern gemeldet. Kaufhäuser arbeiten mit einer großen Anzahl von Verträgen und Vereinbarungen zwischen verschiedenen Unternehmen, daher wären die Auswirkungen einer Schließung unermesslich.“

Die Aufforderung zur Schließung von Unternehmen wurde während des ersten Ausnahmezustands in Japan auf nur wenige Bereiche beschränkt. Während des zweiten Ausnahmezustands wurden sie nur noch auf Bars und Restaurants beschränkt, allerdings wurde nur die Öffnungszeit verkürzt.

Die Aufforderungen waren bis Februar allerdings freiwillig, erst dann wurde ein gesetzlicher Rahmen geschaffen, um die Maßnahmen auch rechtlich umsetzten zu können.

Kaum Verständnis für strengere Maßnahmen

Das Problem ist, dass das Verständnis, wieso Unternehmen geschlossen werden sollen, eher gering ist. Japan setzt im Allgemeinen auf Selbstbeschränkungen, was bis zu einem gewissen Punkt auch gut funktioniert hat.

Doch die Menschen sind müde geworden, wie der zweite Ausnahmezustand gezeigt hat, da die japanische Regierung seit Beginn der Pandemie sehr vorsichtig reagiert, aber nur in Bezug auf die Wirtschaft. Die Impfkampagne kommt auch nicht in Fahrt und es gibt eine Menge Maßnahmen, wie der „Quasi-Ausnahmezustand„, der mit seinen Regeln nur noch für mehr Verunsicherung sorgt.

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