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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftQuarantäne bringt viele Familien in Japan in Schwierigkeiten

Isolation schwierig

Quarantäne bringt viele Familien in Japan in Schwierigkeiten

Durch die Ausbreitung des Coronavirus fehlt es in Japan an geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen, die sich infiziert haben und daher in Quarantäne müssen. Das stellt allerdings immer mehr Familien vor Probleme und sorgt dafür, dass sich das Virus schneller verbreitet.

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Durch den Mangel an Krankenhausbetten und Zimmern in ausgewiesenen Hotels müssen immer mehr Menschen zu Hause in die Isolation. Wenn man alleine lebt, ist dies kein Problem, aber wenn man eine Familie hat, ist die Situation schwierig.

Quarantäne nicht so einfach umzusetzen

Das Problem dabei ist, dass man verhindern muss, dass sich andere Familienmitglieder anstecken, allerdings ist das nicht ganz so einfach.

Wie eine Frau aus Sapporo berichtet, wurde ihre 21-jährige Tochter positiv auf das Coronavirus getestet, sie litt allerdings nur an leichten Symptomen und die Behörden entschieden, dass sie sich zu Hause auskurieren soll.

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Daher wurden auch die Frau und ihre 80-jährige Großmutter gebeten, zu Hause zu bleiben.

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Zu Hause musste die Tochter in ihrem Zimmer bleiben, die Türklinken wurden regelmäßig desinfiziert und es wurde allgemein sehr stark auf Reinlichkeit geachtet. Allerdings gab es nur ein Badezimmer.

Wenige Tage später wurde bei der 80-jährigen Mutter eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt und kurze Zeit später auch bei der Mutter.

Die Großmutter wurde vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert und die Mutter kämpfte mit den Symptomen und lag 10 Tage im Bett, da sie sich kaum auf den Beinen halten konnte.

In Sapporo wurden etwa 30 Prozent der Einwohner zwischen dem 4. und 17. Januar positiv auf das Coronavirus getestet, die sich direkt in der Familie angesteckt haben.

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In Tokyo lag die Rate im gleichen Zeitraum bei etwa 50 Prozent.

Immer mehr Menschen befinden sich zu Hause in Selbstisolation

Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums befanden sich am 20. Januar 35.394 COVID-19-Patienten zu Hause in Quarantäne.

„Es ist schwierig, Infektionen zu Hause zu verhindern, und es ist eine allgemeine Regel, Patienten in Quarantäne zu stecken. Die Sicherstellung von Unterkünften wie Hotels ist notwendig“, sagte Seiichi Kobayashi, ein Professor für klinische Immunologie an der Sapporo University of Health Sciences. „Wenn die Notwendigkeit besteht, dass jemand sich zu Hause erholt, ist es wichtig, die Anzahl der Dinge zu begrenzen, die zwischen der infizierten Person und ihren Familienmitgliedern geteilt werden.“

Menschen fühlen sich alleine gelassen

Ein weiteres Problem ist, dass bei der Infektion die Symptome sich schlagartig verschlimmern können. Es gibt immer mehr Berichte über Menschen, die sich zu Hause in Quarantäne befanden und an der Infektion gestorben sind.

Ein tragischer Fall ereignete sich vor Kurzem in Tokyo, als eine Mutter Selbstmord beginn, da sie sich große Vorwürfe machte, ihre Tochter infiziert zu haben.

Viele Menschen fühlen sich von den Behörden alleingelassen und die Kritik an den Maßnahmen, die die Pandemie in Japan eindämmen sollen, werden lauter, da sie als nicht wirkungsvoll angesehen werden.

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