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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftSchulen in Japan starten in der 5. Welle ohne richtiges Konzept

Eltern behalten ihre Kinder zu Hause

Schulen in Japan starten in der 5. Welle ohne richtiges Konzept

In Japan öffneten die Schulen wieder ihre Türen und das mitten in der 5. Infektionswelle. Ein richtiges Konzept gibt es allerdings nicht, um Infektionen unter den Schulkindern zu vermeiden.

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Einige Gemeinden haben in der vergangenen Woche nach den Sommerferien den Unterricht in den Grund-, Mittel- und Oberschulen wieder aufgenommen. Für viele Schulkinder war der Mittwoch allerdings der erste Schultag.

Reichen die Corona-Maßnahmen in den Schulen aus?

Dass die Schulen wieder öffnen, hat angesichts der jüngsten Infektionszahlen in Japan eine Kontroverse ausgelöst, denn immer mehr Kinder und Teenager infizieren sich. Besondere Eltern fragen sich daher, ist es sicher, Schüler wieder in die Schulen zu lassen und reichen die Corona-Maßnahmen eigentlich aus?

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Aus Daten des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass sich im August mittlerweile 30.427 Menschen unter 19 Jahren mit dem Coronavirus infiziert haben. Das ist ein Anstieg von fast dem Sechsfachen im Vergleich zum Juli, als die Sommerferien begonnen hatten.

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Die Befürchtungen, dass das Gesundheitssystem des Landes durch den Schulbeginn zusätzlich belastet wird, sind groß.

Die Zahlen führen dazu, dass sich viele Eltern dazu entschieden haben, ihre Kinder trotz des Beginns des Schuljahres zu Hause zu behalten.

In der Stadt Miyazaki erschienen am 24. August, beispielsweise 1.089 Grund- und Mittelschüler, also 3,4 Prozent aller Schüler, nicht zum Unterricht.

Der häufigste Grund, den die Eltern angeben hatten, ist die Sorge, dass sich ihr Kind in der Schule infizieren könnte.

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Aber nicht nur Eltern ergreifen Maßnahmen, auch einige Schulen in Japan machen sich Gedanken, wie sie das Infektionsrisiko gering halten können. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo News haben 22 der 52 Großstädte in Japan Maßnahmen wie kürzere Unterrichtszeiten und gestaffelte Ankunftszeiten eingeführt.

Leitlinien sollen helfen, auf Infektionen zu reagieren

Das Bildungsministerium hat zusätzlich Leitlinien herausgegeben, die festlegen, unter welchen Bedingungen Schulen in Präfekturen, in den der Ausnahmezustand verhängt wurde, verschärfte Corona-Maßnahmen in Betracht ziehen sollten.

Laut den Leitlinien soll eine ganze Klasse für fünf bis sieben Tage nicht zum Unterricht erscheinen, wenn bei mindestens zwei Kinder eine Infektion festgestellt wurde. Sollte bei nur einem Schüler eine Infektion festgestellt werden, sollen dieser und seine engsten Kontakte vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Dazu wurden Kriterien für die Identifizierung enger Kontakte festgelegt, die Lehrkräften helfen soll, schnell auf eine Infektion zu reagieren.

Allerdings wird auch dazu geraten, von generellen Schulschließungen abzusehen, auch Luftfilter und andere Maßnahmen werden in Japan nicht in Betracht gezogen.

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