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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftSkandale sorgen in Japan für Lieferengpässe bei Medikamenten

Probleme für chronisch kranke Menschen

Skandale sorgen in Japan für Lieferengpässe bei Medikamenten

Mehrere Skandale bei  Arzneimittelherstellern führen mittlerweile zu Lieferengpässen bei 3.100 Medikamenten in Japan. Das Gesundheitsministerium hat andere Hersteller nun aufgefordert, die Versorgungslücke zu schließen. Allerdings steigen nun auch noch die Preise.

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Die 3.100 Präparate machen mehr als 20 Prozent der Medikamente aus, die von der nationalen Krankenversicherung in Japan abgedeckt werden. Die Konkurrenz zögert allerdings, die entstandene Lücke zu schließen, da langjährige Verträge Vorrang haben.

Skandale bei drei Unternehmen sorgen für große Probleme

Laut dem Gesundheitsministerium wird es etwa zwei Jahre dauern, bis die Lieferengpässe behoben wurde.

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Ausgelöst wird der Mangel unter anderem durch das Unternehmen Kobayashi Kako. In einem Mittel gegen Fußpilz wurde im vergangenen Jahr Schlafmittel gefunden. Zwei Menschen starben, nach dem sie das Mittel eingesetzt haben. Das Ministerium verhängte daraufhin im Februar ein 116-tägiges Geschäftsverbot gegen das Unternehmen.

Das Unternehmen Nichi-Iko und Choseido Pharmaceutical bekamen ebenfalls ein Geschäftsverbot, da beiden Unternehmen schlampige und hinterhältige Arbeit vorgeworfen wird.

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Nach Angaben des Ministeriums wurde die Auslieferung von insgesamt 641 Arzneimitteln durch die drei Unternehmen entweder ausgesetzt oder verzögert, was zu einer Verknappung der Lieferungen führte.

Am 10. Dezember forderte das Ministerium die Federation of Pharmaceutical Manufacturers‘ Association of Japan auf, die Produktion einiger Generika zur Behandlung von Bluthochdruck und Asthma zu erhöhen, deren Angebot im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent zurückgegangen war.

Pharmaunternehmen, die Generika mit denselben Inhaltsstoffen herstellen, werden aktuell mit Bestellungen von Apotheken überschwemmt, die sich um die Beschaffung der Medikamente bemühten.

Obwohl die Arzneimittelhersteller über ausreichende Vorräte verfügen, wollen sie diese nicht ohne Weiteres freigeben, da dies die Versorgung ihrer langjährigen Kunden gefährden könnte.

Pandemie verstärkt Lieferengpässe

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Eine weitere Schwierigkeit bei der Sicherstellung einer stabilen Versorgung des japanischen Marktes mit Arzneimitteln besteht darin, dass Japan für 60 Prozent der Generika auf Importe von Inhaltsstoffen angewiesen ist.

Durch die Pandemie ist die Lieferkette allerdings gestört, was sich auch auf die Produktion von Medikamenten auswirkt. Da immer mehr Patienten nun gezwungen sind auf Markenarzneimittel zurückzugreifen, werden diese nun auch knapp.

Die japanische Regierung hat die Verwendung von generischen Medikamenten empfohlen, da die Gesundheitskosten durch die schnell alternde Gesellschaft immer weiter steigen.

Im September 2013 lag der Anteil der Generika auf dem Markt bei weniger als 50 Prozent, als noch überwiegend die teureren Markenmedikamente verwendet wurden. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der Generika auf 78,3 Prozent. Die japanische Regierung will bis Ende März auf 80 Prozent kommen.

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