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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftTodesfälle durch das Coronavirus steigen in Japan drastisch an

Besonders ältere Menschen sind betroffen

Todesfälle durch das Coronavirus steigen in Japan drastisch an

Die Zahl der durch das Coronavirus verursachten Todesfälle in Japan steigt drastisch an. Im Dezember wurden innerhalb von 15 Tagen 550 Todesopfer gemeldet, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum November, in dem insgesamt 382 Menschen der Infektion erlagen.

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Die Behörden gehen davon aus, dass Infektionen bei älteren Menschen für den Anstieg verantwortlich sind, der auch mit einem plötzlichen Anstieg der Infektionen allgemein einhergeht.

Ältere Menschen machen den höchsten Anteil der Todesfälle aus

Am 16. Dezember wurden 53 neue Todesfälle durch das Coronavirus gemeldet, insgesamt sind in Japan mittlerweile 2.768 Menschen der Infektion erlegen. Am 15. Dezember wurden 618 Menschen mit schweren Symptomen gemeldet.

Nach Alter aufgeschlüsselt, sind die meisten Todesfälle durch das Coronavirus bei älteren Menschen im Alter von 70 Jahren und älter zu verzeichnen.

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Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales vom 9. Dezember waren von den 2.131 registrierten Todesfällen 26 Prozent oder 556 Personen über 70 Jahre alt, während 60 Prozent, also 1.275 Personen, über 80 Jahre alt waren. Personen im Alter von 70 Jahren und älter machten mehr als 85 Prozent der Todesfälle aus.

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Betrachtet man die einzelnen Präfekturen, so wurde in Hokkaido, der nördlichsten Präfektur Japans, ein deutlicher Anstieg der COVID-19-Todesfälle beobachtet. Im November verzeichnete die Präfektur mit 84 Personen die landesweit höchste Zahl an Todesfällen in einem Monat. Aber seit Anfang Dezember sind 147 Personen – das 1,75-Fache – gestorben.

Die Präfektur Osaka hat im Dezember bisher insgesamt 111 Todesfälle zu beklagen und übertrifft damit die Zahl von 78 Todesfällen aus dem November. Zusätzlich sind in der westjapanischen Präfektur über 60 Prozent der Krankenhausbetten für Patienten mit schweren Symptomen belegt. In Tokyo wurden von Anfang November bis Mitte Dezember 92 Todesfälle bestätigt.

Japan erlebt dritte Infektionswelle

Gesundheitsexperten nehmen an, dass Japan ab Ende Oktober in eine „dritte Welle“ eintrat. In einigen Regionen haben die Viren in den Städten medizinische Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen erreicht und dort Cluster-Infektionen verursacht.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden zwischen dem 17. November und dem 14. Dezember 148 Cluster in Pflegeheimen für ältere Menschen bestätigt. Ein hoher Beamter des Ministeriums sagte: „Die Zunahme der Infektionen bei älteren Menschen ist wahrscheinlich der Grund für den Anstieg der Todesfälle.“

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Koji Wada, Professor für öffentliches Gesundheitswesen an der International University of Health and Welfare und Experte für Infektionskrankheiten, sagte: „Es wurde im Ausland berichtet, dass die Sterblichkeitsrate infolge des Zusammenbruchs der Gesundheitssysteme gestiegen ist. Auch hierzulande gab es in einigen Regionen Fälle, in denen eine beeinträchtigte Versorgungsinfrastruktur ein Faktor war.“ Er fügte hinzu, dass die Zahl der Todesfälle weiter steigen könnte, wenn die Infektionen bei älteren Menschen weiter zunehmen.

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