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Mitarbeiter sind am Ende ihrer Kräfte

Tokyos Gesundheitssystem steht kurz vor dem Kollaps

Da die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Tokyo täglich mehr werden, steht das Gesundheitssystem in Japan kurz vor dem Kollaps.

Mittlerweile sind 88 Prozent der Betten für Covid-19-Patienten belegt und die Stadt schafft es nicht, neue Betten zu sichern, da das medizinische Personal fehlt und das vorhandene Personal erschöpft ist.

Mitarbeiter im Gesundheitssystem finden keine Krankenhäuser für neue Patienten

Insgesamt stehen in Tokyos Krankenhäusern 3.500 Betten für Coronavirus-Patienten bereit. Da die Zahl der Menschen, die in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, in der Metropolregion über die Neujahrsfeiertage gestiegen ist, sind nun 3.090 Betten belegt.

Die Mitarbeiter im Gesundheitssystem haben mittlerweile Probleme, Krankenhäuser zu finden, die neue Patienten aufnehmen und viele sagen, dass sie an die Grenzen der Möglichkeiten gestoßen sind.

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Im Kawakita General Hospital, das Patienten mit leichten bis mittelschweren Symptomen aufnimmt, sind die 36 Betten, die für COVID-19-Patienten vorgesehen sind, ständig voll belegt.

Die Zahl der älteren Patienten begann im November vergangenen Jahres anzusteigen und macht nun 80 Prozent aller COVID-19-Patienten aus. Die Belastung für die Krankenschwestern und andere Mitarbeiter, die beim Essen und der Körperpflege helfen, ist gestiegen.

Das Personal, das über die Neujahrsfeiertage durchgearbeitet hat, ist sichtlich erschöpft.

Stadtverwaltung unterschätzt die aktuelle Situation

Wenn sich die Symptome eines Patienten verschlimmern, verlegt das Kawakita General Hospital den Patienten normalerweise in ein anderes Krankenhaus, das sich um Patienten mit schweren Symptomen kümmert.

Ein Krankenhausmitarbeiter sagte allerdings, dass man in den letzten Tagen nicht in der Lage war, ein anderes Krankenhaus zu finden, in das ein Patient verlegt werden konnte.

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Die Stadtverwaltung von Tokyo hat das Krankenhaus gebeten, die Anzahl der Betten für COVID-19-Patienten zu erhöhen, die Einrichtung hat keine Kapazitäten dafür. Ein Sprecher des Krankenhauses sagte: „Die Situation verschlimmert sich in diesem Jahr deutlich, und wir vor Ort können kaum noch mithalten.“

Nach Angaben der Metropolverwaltung lag die Zahl der hospitalisierten Patienten in Tokyo seit Oktober bei etwa 1.000, begann aber Mitte November zu steigen.

Die Stadtverwaltung lockerte die generelle Vorschrift, dass Patienten ab 65 Jahren ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.

Jetzt können sich Patienten mit leichten oder keinen Symptomen, die keine Vorerkrankungen haben und jünger als 70 Jahre sind, in ausgewiesenen Einrichtungen erholen.

Aber die Zahl der hospitalisierten Patienten überstieg am 5. Januar 3.000, was bedeutet, dass die 3.500 Betten, die für COVID-19-Patienten gesichert sind, fast voll sind. Die Stadtverwaltung hat die medizinischen Einrichtungen gebeten, die Gesamtzahl der Betten in der Hauptstadt auf 4.000 zu erhöhen, was aber noch nicht geschehen ist.

Keine freien Plätze in Krankenhäuser zu finden

Diese sich verschlechternde Situation hat Auswirkungen auf die Einweisung der Patienten.

Die Zahl der Fälle, in denen öffentliche Gesundheitszentren in Tokyo die Stadtverwaltung bitten, Krankenhausbetten für Patienten zu sichern, weil die Zentren nicht in der Lage sind, weitere Menschen zu behandeln.

Viele Mitarbeiter des Gesundheitssystems berichten von immer mehr Fällen, in denen man ein Bett in einem Krankenhaus nicht innerhalb eines Tages finden konnte.

Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte: „Die Sicherung von mehr Betten kann große Auswirkungen auf die regulären medizinischen Dienste haben, wie z.B. die Verkleinerung von Ambulanzen.“ Der Sprecher fügte hinzu, dass die Stadtverwaltung möglicherweise ihre Kriterien für Krankenhausaufenthalte überarbeiten wird.

„Die 3.500 Betten werden mit Sicherheit innerhalb weniger Tage voll sein und die Situation wird sich verschlimmern, wenn die medizinischen Einrichtungen keine neuen Patienten aufnehmen können – auch solche ohne das Coronavirus – oder keine Operationen durchführen können“, sagte der Vorsitzende der Tokyo Medical Association, Haruo Ozaki. „Es gibt eine beträchtliche Erschöpfung des Gesundheitspersonals und die medizinischen Dienste in Tokyo befinden sich in einer tieferen Krise als die Leute denken. Es ist notwendig, die Zahl der Patienten auf jede erdenkliche Weise zu reduzieren.“

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