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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftTokyos Rettungskräfte stehen vor dem Zusammenbruch

Arbeitsbelastung steigt immer weiter

Tokyos Rettungskräfte stehen vor dem Zusammenbruch

Die Rettungskräfte in Japans Haupstadt Tokyo kommen kaum noch hinterher, da die Notrufe durch die siebte Infektionswelle und die Hitze immer mehr zunehmen. In Tokyo geht man mittlerweile davon aus, dass der Zusammenbruch nicht mehr lange dauern wird.

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Im Juli waren in der japanischen Hauptstadt an vielen Tagen 95 Prozent der Rettungswagen im Einsatz, insbesondere um Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, oder einen Hitzschlag erlitten, in die Krankenhäuser zu bringen.

20 Stunden am Stück ohne Pause arbeiten

Es ist mittlerweile nicht mehr selten, dass die Rettungskräfte 20 Stunden am Stück arbeiten müssen und nicht mal Zeit haben, um schnell etwas zu essen oder sich kurz auszuruhen.

Die steigende Zahl der Notrufe führt dazu, dass Krankenwagen immer länger benötigen, bis sie einen Einsatzort erreichen.

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Den Aufzeichnungen der Feuerwehr von Tokyo zufolge dauerte es im Juli durchschnittlich 12 Minuten und 6 Sekunden, bis einen Krankenwagen den Ort erreichte, an dem der Notruf eingegangen war. Das war fast das Doppelte des Durchschnitts von 7 Minuten und 20 Sekunden für das gesamte Jahr 2021.

2020 und 2021 wurden in der japanischen Hauptstadt täglich durchschnittlich fast 2.000 Einsätze durchgeführt. Am 1. Juli dieses Jahres stieg die Zahl jedoch auf 3.274 und am 2. Juli waren es 3.188.

Dies ist nicht mehr sehr weit vom Rekord von 3.382 Einsätzen entfernt, die am 23. Juli 2018 während einer Hitzewelle gezählt wurden.

Dazu kommt, dass es immer schwieriger wird, einen Krankenhausplatz für einen Patienten zu finden.

Rettungskräfte sind nicht immun gegen das Coronavirus

Um zu versuchen, die höhere Arbeitsbelastung zu bewältigen, hat die Feuerwehr von Tokyo auf Reservefahrzeuge zurückgegriffen, um die 275 regulär eingesetzten Krankenwagen zu ergänzen.

Es gibt allerdings ein Problem, denn Personalmangel hat auch vor den Rettungskräften nicht haltgemacht, daher werden mittlerweile Feuerwehrleute gebeten, die Aufgaben der Sanitäter zu übernehmen.

Der Personalmangel verstärkt sich allerdings noch, da auch die Rettungskräfte nicht immun gegen das Coronavirus sind.

Von den rund 18.600 Mitarbeitern der Feuerwehr in Tokyo wurden im Juli 1.538, also fast 10 Prozent, als infiziert bestätigt. Diejenigen, die in engen Kontakt mit ihren infizierten Kollegen kamen, wurden ebenfalls angewiesen, nicht zur Arbeit zu erscheinen.

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