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HomeNachrichten aus JapanGesundheit & WissenschaftZahl der Syphilis Fälle in Japan steigt dramatisch

Höchster Wert seit Beginn der offiziellen Zählung

Zahl der Syphilis Fälle in Japan steigt dramatisch

Vorläufige Zahlen, die am 4. September veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass 2022 das zweite Jahr in Folge sein wird, in dem eine Rekordzahl von Syphilis-Fällen in Japan zu erwarten ist. Experten zufolge könnte die Gesamtzahl bis zum Ende des Jahres 10 000 Fälle überschreiten.

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Sie warnten zudem davor, dass noch mehr Menschen schwere Komplikationen entwickeln könnten, ohne sich überhaupt darüber bewusst zu sein, dass sie infiziert sind.

Seit 10 Jahren auf dem Vormarsch

Bereits um 2011 herum registrierten Ärzte und Krankenhäuser eine steigende Zahl von Krankheitsfällen in Japan. Zwar ging diese im Jahr 2020 durch die Corona-Kontaktbeschränkungen wieder zurück, jedoch war dieser Effekt bereits im letzten Jahr verpufft.

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Das Tokyo Metropolitan Infectious Disease Surveillance Center veröffentlichte am 8. September die vorläufigen Zahlen für dieses Jahr. Allein in Tokyo gab es 2.268 bestätigte Infektionsfälle. Osaka stand mit 1.1020 Fällen an zweiter Stelle, Aichi (447) und Fukuoka (323) folgten auf Platz drei und vier.

Infektionen durch ungeschützten Verkehr

Dass Menschen durch Kontakte in sozialen Medien und Dating-Apps eher Sex mit wechselnden Partnern haben, wird als Grund für den starken Anstieg vermutet. Durch Schleimhautkontakt bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr kann das verantwortliche Bakterium Treponema pallidum übertragen werden.

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Gefährlich wird eine Chronifizierung der Erkrankung, da in diesen Fällen auch Organe angegriffen werden und im schlimmsten Fall auch das zentrale Nervensystem geschädigt werden kann. Doch durch die Einnahme von Antibiotika (beispielsweise Penicillin) kann der Krankheitsverlauf zuverlässig gestoppt werden.

Erste Symptome ernst nehmen

Katszumi Shigemura ist Privatdozent an der Universität Kobe und Direktor der japanischen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten. Er empfiehlt, bei Rötungen im Schambereich oder anderen Anzeichen einer Infektion zeitnah einen Arzt aufzusuchen.

Auch sollten sich bereits Infizierte in Behandlung stets bei ihrem Arzt rückversichern, dass sie geheilt seien, bevor sie die verordneten Medikamente eigenständig absetzen.

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