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Japan steht vor vielen Problemen

Zu wenig Impfstoff und medizinisches Personal bremsen Japans Impfplan

Am Montag startete Japan mit der zweiten Stufe bei der Verteilung des Impfstoffes an die Bevölkerung damit, dass nun alle Menschen ab einem Alter von 65 Jahren geimpft werden sollen.

Allerdings gibt es immer noch einen Mangel an ausreichend Impfdosen und viele regionale Behörden haben Probleme geeignetes medizinisches Personal zu finden, um die Menschen zu impfen.

Japanische Regierung optimistisch, die Realität zeigt aber ein anderes Bild

Laut der japanischen Regierung sollen alle Menschen ab 65 Jahren im Land bis zum Sommer den Impfstoff verabreicht bekommen haben. Doch wann dieses Ziel wirklich erreicht wird, ist unklar und die Schätzungen der Regierung waren in der jüngsten Vergangenheit nicht sehr zuverlässig.

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Es ist also weiterhin unklar, wann eigentlich der Rest der Bevölkerung geimpft wird. Folgt man der Schätzung der japanischen Regierung, müssen diese Menschen mindestens bis Sommer warten.

Japans Regierung wurde bereits für ihre langsame und ungenügende Reaktion auf die dritte Welle Ende 2020 kritisiert worden und die Impfkampagne des Landes wurde dazu genutzt, um die Menschen zu beruhigen. Die Welle ist zwar vorbei, aber das Land steht kurz davor, eine vierte Welle zu erleben, denn in einigen Regionen steigen die Infektionen rasant an.

Dass die Menschen mit der Impfkampagne der Regierung unzufrieden sind, zeigt auch eine neue Umfrage, in der 60 Prozent angaben, das alles zu langsam läuft.

So schnell kann der Impfstoff nicht verabreicht werden

Japans Regierung erwartet bis Ende Juni etwa 100 Millionen Impfdosen, wieder eine positive Schätzung. Aber selbst wenn dies zutreffen wird, bleibt die Frage, wie schnell der Impfstoff verabreicht werden kann.

In Japan sind aktuell etwa 1 Prozent der Menschen geimpft worden. Wenn man bedenkt, dass das Land seit Mitte Februar impft, sehr wenige. Damit ist das Land unter allen G7-Länder, das, was am langsamsten impft.

Allen positiven Schätzungen der Regierung fehlt zudem eine wichtige Sache: die richtige Einschätzung der Situation.

Zwar soll geimpft werden, aber dank des erneuten Anstiegs der Infektionszahlen, fehlen neben Personal auch allgemein die Kapazitäten.

In sieben Präfekturen ist zum Beispiel gar kein Personal vorhanden, das den Impfstoff verabreichen kann.

Nun könnte man meinen, dass man dann aus den großen Städten Krankenschwestern in ländliche Gebiete schicken sollte, um zumindest hier das Impfen zu ermöglichen. Das Problem ist allerdings, das ist nach dem Gesetz nicht erlaubt. Eine Gesetzesänderung wird nun erörtert.

Zum Schluss gibt es bei allen Elan der Regierung noch ein weiteres Problem, denn wie die National Governors‘ Association am 12. April feststellte, gibt es immer noch keinen genauen Zeitplan für die Auslieferung des Impfstoffes und die Präfekturen wissen daher gar nicht, wann sie mit dem Impfen starten können. Deswegen gibt es auch immer noch keinen genauen Zeitplan.

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