Anzeige
HomeNachrichten aus JapanGhosn flieht vor japanischer Strafverfolgung in den Libanon

Nun melden sich seine Anwälte zu Wort

Ghosn flieht vor japanischer Strafverfolgung in den Libanon

Die Flucht des ehemaligen Nissan Motor Co. Vorsitzenden, Carlos Ghosn, sorgt in Japan für viel Aufsehen. Er floh am Montag von Japan in den Libanon, seiner Aussage nach „vor Ungerechtigkeit“.

Anwälte sagen, sie wussten nichts von Ghosns Plänen

Anzeige

Nun meldeten sich auch seine Verteidiger zu Wort. Sie gaben an, dass sie nichts von seinem Plan wussten. Mit seiner Flucht verletzte Ghosn seine Kautionsbedingungen.

Junichiro Hironaka, ein Mitglied von Ghosns Verteidigerteam, sagte Reportern, er habe die Nachricht von der Ankunft des ehemaligen Nissan-Bosses im Libanon durch Medienberichte erfahren und sei „überrascht und verblüfft“.

„Ich weiß nicht mehr als das, was berichtet wurde. Wenn ich etwas herausfinde, werde ich das Gericht kontaktieren“, sagte er.

Verletzung der Kautionsbestimmungen

Die Ausreise aus Japan ist eine Verletzung der Kautionsbestimmungen, die vom Bezirksgericht Tokyo für Ghosn, der wegen finanziellen Fehlverhaltens angeklagt ist, genehmigt wurde. Sein Anwalt Hironaka bezeichnete die Ausreise als eine „unverzeihliche Handlung“. Auch fügte er hinzu: „Ob ich verstehen kann (warum er gegangen ist), ist eine andere Sache.“

LESEN SIE AUCH:  Der tiefe Fall des Carlos Ghosn: Nissan feuert seinen CEO
Anzeige

Unter den Bedingungen seiner Kaution ist es Ghosn nicht erlaubt, ins Ausland zu reisen oder sich mit seiner libanesischen Frau zu treffen oder mit ihr zu telefonieren, ohne dass ihm eine besondere gerichtliche Genehmigung erteilt wurde.

Letztes Treffen mit Ghosn am 25. Dezember

Hironaka sagte, dass er sich zuletzt am 25. Dezember mit Ghosn traf. Ghosn und seine Frau, die sich derzeit im Libanon aufhält, hätten am 24. Dezember in Hironakas Büro telefoniert, sagte der Anwalt.

Ghosn, der die brasilianische, französische und libanesische Nationalität besitzt, soll am späten Sonntag mit einem Privatflugzeug über die Türkei zum internationalen Flughafen Rafic Hariri in Beirut geflogen sein. In einer Erklärung seines US-Vertreters sagte Ghosn, dass er „jetzt im Libanon ist und nicht länger von einer manipulierten japanischen Justiz als Geisel gehalten wird“.

Ihm wird vorgeworfen, dass er seine Gehälter zu niedrig angesetzt hat und Firmengelder veruntreut hat, während er den japanischen Autohersteller führte. Er hat alle Anklagepunkte bestritten.

Pässe von Ghosn liegen noch bei den Verteidigern

Sein Verteidiger hat die Staatsanwaltschaft wiederholt wegen „unrechtmäßiger Absprachen“ mit der japanischen Regierung und Nissan kritisiert, um ihn zu entlassen und ihn an der weiteren Integration des japanischen Autoherstellers und seiner Muttergesellschaft Renault SA zu hindern.

Hironaka sagte, dass die drei Pässe von Ghosn immer noch im Besitz der Verteidigung sind.

Der libanesische Fernsehsender MTV Libanon berichtete, dass Ghosn sich in einer Kiste, die für den Transport eines Musikinstruments bestimmt war, versteckte und mit dem Flugzeug von einem Regionalflughafen abflog, ohne Informationsquellen zu nennen. Er habe Hilfe von einer Sicherheitsfirma bekommen und sei im Besitz eines französischen Passes gewesen, als er über die Türkei in den Libanon einreiste, hieß es.

kyodo

Anzeige
Anzeige