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Allerletzte Gedenkveranstaltung wird wegen Coronavirus abgesagt

Giftgasanschlag auf Tokyo Metro jährt sich zum 25. Mal

Am Freitag jährte sich zum 25. Mal der Giftgasanschlag auf die Tokyo Metro. Am 20. März 1995 setzten Mitglieder der Aum Shinrikyo Sekte in den Zügen das Nervengas Sarin frei. 14 Menschen starben bei dem Anschlag und mehr als 6.000 wurden verletzt. Um den Opfern zu gedenken, fand am Freitag eine Gedenkveranstaltung statt.

An der Kasumigaseki Station der U-Bahn fand die kleine Veranstaltung statt. Mitarbeiter der Metro hielten um acht Uhr eine Schweigeminute ab, der Zeitpunkt, an dem es zu dem Anschlag kam. Die Kasumigasaki Station gehörte zu den Bahnhöfen, die am schlimmsten von dem Angriff getroffen wurden. Das Gift wurde während der morgendlichen Rushhour in fünf verschiedenen Zugwagons freigesetzt und sorgte für Chaos.

Letzte Gedenkfeier wird abgesagt

An sechs U-Bahn-Stationen wurden deswegen am Freitag Stände aufgestellt, wo Menschen Blumen niederlegen konnten. Eine der Trauernden war die 73 Jahr alte Shizue Takahashi, die ihren Ehemann verlor, der Bahnhofsvorsteher von Kasumigaseki war. Sie erklärt, dass sie in den letzten 25 Jahren ein ganz anderes Leben gelebt hat als vor dem Anschlag. Takahashi hofft leise die glücklichen Momente mit ihrem Mann zu schätzen.

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Der Verkehrsminister Kazuyoshi Akaba legte ebenfalls Blumen in Kasumigaseki nieder. Er versprach, dass sie ihr Bestes tun wollen, damit sich so ein Anschlag nicht wiederholen kann. Gleichzeitig wollen sie dafür sorgen, dass die Erinnerungen an das schreckliche Ereignis nicht verblassen.

Jedes Jahr finden die Events statt, bei dem sich Hinterbliebene und Überlebende treffen. Dieses Jahr wurde die große Veranstaltung am Samstag aufgrund des Covid-19 abgesagt. Es sollte aufgrund des 25. Jahrestags eigentlich die letzte Gedenkveranstaltung seiner Art werden. Takahashi bestätigte, dass sie das Event nicht mehr organisieren und es nun in der Verantwortung der Regierung liegt.

Täter wurden 2018 hingerichtet

Obwohl der Anschlag nun 25 Jahre her ist, sind viele über ihn immer noch nicht hinweg. Überlebende leiden weiterhin an einer posttraumatischen Belastungsstörung und kämpfen mit einer schlechten Gesundheit. Sie bitten deswegen weiterhin darum Unterstützung von der Regierung zu erhalten.

Bereits 2018 wurden alle 12 Beteiligten an den Anschlag und der Sektenführer Shoko Asahara hingerichtet. Asahara selbst war an dem Anschlag zwar nicht beteiligt, er gab jedoch den Auftrag dafür. Er gab dazu noch weitere Anschläge in Auftrag. Juni 1994 versprühten Sektenmitglieder in Matsumoto, Nagano Saringas. Acht Personen wurden dabei getötet. Hintergrund des Angriffs war eigentlich ein Richter, der einen Fall behandelte, bei dem es um ein Grundstückskauf durch die Sekte ging.

Nachfolgegruppen werden weiter beobachtet

Zuvor zeigte die Sekte bereits November 1989, dass sie zum Töten bereit sind. Ein Mitglied ermordete den Anwalt Tsutsumi Sakamoto, seine Frau und den kleinen Sohn. Der Anwalt half Menschen dabei aus der Sekte auszutreten und über den gefährlichen Kult zu informieren. Insgesamt wurden 192 Sektenmitglieder wegen Mordes und anderen Verbrechen verhaftet.

Die Sekte selbst existiert unter drei verschiedenen Nachfolgern weiter, die teils versuchen, sich von dem Anschlag zu distanziere. Trotzdem werden sie von der Behörde weiterhin als gefährlich betrachtet und überwacht. Die bekannteste von ihnen ist Aleph, die zusammen mit den anderen beiden Gruppen insgesamt einen Schadensersatz von 32,2 Millionen Euro an die Opfer zahlen müssen, nachdem Aum Shinrikyo 1996 bankrott ging.

12,5 Millionen Yen konnten bereits durch den Vermögensverkauf der Aum Sekte ausgezahlt werden. Aleph hörte 2017 auf Schadensersatz zu zahlen, weswegen Opfer nun rechtliche Schritte einleiten müssen. Es wird vermutet, dass alle drei Gruppen zusammen 1.650 Mitglieder in 30 Niederlassungen in 15 Präfekturen haben. Die Zahl der Mitglieder steigt dabei stetig an. Ihr Vermögen soll sich laut Behörden auf elf Millionen Euro beziehen.

Kyoto

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