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Ziel ist mehr Gleichstellung

Gleichstellung: Japan verbietet politische Veranstaltungen ohne weibliche Referentinnen

Japan hat in Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen noch viel Nachholbedarf, was nicht zuletzt der Sexismus-Skandal um den ehemaligen Chef der Paralympischen und Olympischen Spiele in Tokyo zeigte. Doch das Land möchte sich verbessern und hat dazu verschiedene Maßnahmen erwägt.

Eine davon stellte nun Tamayo Marukawa, die zuständige Ministerin für Frauenförderung und Geschlechtergleichstellung, vor. So sollen Regierungsbehörden keine Veranstaltungen mehr ausrichten oder unterstützen, bei denen Frauen als Referentinnen oder Rednerinnen fehlen.

Keine Veranstaltungen ohne weibliche Referentinnen

Obwohl die Anzahl der Männer und Frauen, die bei Veranstaltungen präsentieren oder sprechen, nicht unbedingt gleich sein muss, forderte sie jeden Minister auf, sicherzustellen, dass es keine geschlechtsspezifischen Vorurteile bei der Auswahl der Teilnehmer gibt.

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„Veranstaltungen ohne Frauen kommen nicht infrage“, sagte ein Beamter des Kabinettsbüros. Marukawa stellte die Maßnahme am 9. März bei einem Treffen zur Förderung der Frauen und der Gleichstellung der Geschlechter, das im Büro des Premierministers stattfand, vor. Jede Verwaltungsbehörde wird von der Änderung in Kenntnis gesetzt.

„In Japan wird die Philosophie der Gleichberechtigung der Geschlechter, die in der internationalen Gemeinschaft eine konventionelle Norm ist, nicht von allen geteilt“, sagte sie auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen. „Wir befinden uns noch mitten auf dem Weg.“

Gleichstellung soll in den kommenden Jahren verbessert werden

Bei dem Treffen sagte Premierminister Yoshihide Suga, dass ein spezifisches politisches Ziel für die Gleichstellung der Geschlechter bis Juni dieses Jahres beschlossen werden sollte, damit die Regierung es bis zum Geschäftsjahr 2022 angehen kann.

Auf einer Kabinettssitzung im Dezember genehmigte die Regierung den neuen Fünf-Jahres-Grundlagenplan für die Gleichstellung der Geschlechter, der mit dem nächsten Fiskaljahr beginnt. Eigentlich hätte er schon früher in Kraft treten sollen.

Suga wies auch die Verwaltungsorgane an, ihre regierungsnahen Behörden und Gruppen aufzufordern, dafür zu sorgen, dass mehr Frauen eingestellt oder in höhere Positionen berufen werden.

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