Glücksspiel für Senioren in Betreuungseinrichtungen sorgt für Kritik

Seit Kurzem ist Glücksspiel zumindest mit Einschränkungen legal in Japan. Während Betreiber nun an ihren Kasinos arbeiten, spielen Senioren fleißig in Betreuungszentren. Schon lange vor der Verabschiedung des Gesetzes gibt es in den Einrichtungen Spiele, die ebenfalls im Kasino zu finden sind. Dass Glücksspiel den älteren Menschen angeboten wird, sorgt jedoch für Kritik.

Die Einrichtungen in ganz Japan begründen allerdings ihr Angebot. Das gemeinsame Spiel hilft gegen Demenz und förderte das soziale Zusammenleben. Eins dieser Betreuungszentren ist das Las Vegas Adachi Branch in Adachi Bezirk von Tokyo. Es gehört zu einer von 20 Einrichtungen der Firma ACA Next Inc. Seit 2013 können ältere Menschen in der Einrichtung Mahjong, Kartenspiele oder Pachinko spielen. Überwiegend nutzen Männer über 80 Jahre das Angebot, Frauen kommen jedoch gleichermaßen zum Spielen. Mehr als die Hälfte der Gäste leidet an Demenz.

Die Senioren spielen nicht um Geld

Echtes Geld liegt nicht auf den Tischen. Die Spieler erhalten eine Pseudowährung mit dem Namen „Vegas“, die als Einsatz dient. Das Fakegeld bleibt selbst nach einem Gewinn wertlos und die Einrichtung wandelt sie nicht in echtes Geld um. Wer allerdings besonders viel abräumt, erhält eine Belobigung. Aufgrund des Systems ist es den Besuchern oft nicht wichtig, ob sie gewinnen oder nicht, ihnen geht es lediglich um den Spaß.

Trotz der positiven Argumente und den glücklichen Senioren sind viele besorgt, dass die Menschen womöglich der Spielsucht verfallen. ACA Nexts Chief Executive Officer Kaoru Mori versucht zu beruhigen. Bis jetzt gab es in keiner Einrichtung Meldungen von Besuchern mit Suchtverhalten. Er will deswegen weiterhin den Service anbieten und so den älteren Menschen helfen.

Die Spiele fördern kognitive Fähigkeiten

Professor Kikunori Shinohara von der Suwa University of Science steht ebenfalls zu den “Kasinos”. Der Neurowissenschaftler bestätigt, dass Mahjong, Pachinko und andere Glücksspiele die kognitiven Fähigkeiten trainieren und die älteren Menschen nach dem Ruhestand weiter motivieren. Im August belegte eine Studie, dass vor allem ältere Männer einsam sind und kaum Kontakt mit Mitmenschen haben. Die Einrichtungen könnten dagegen helfen.

Einige lokale Regierungen lassen die Einrichtungen gewähren, wollen sie jedoch regulieren. Schon 2015 erließ Kobe eine Vorschrift. Einrichtungen, die Pachinko oder Mahjong anbieten gelten laut der Verordnung nicht als offizielle der Regierung. Sie erhalten somit kein Geld aus dem Fond der staatlichen Pflegeversicherung. Laut einem Beatmen wollen die Steuerzahler nicht, dass derartige Betreuungsdienste das Geld nutzen.

Die Stadt Amagoasaki in der Präfektur Hyogo verbietet hingegen Pseudogeld, die angeblich die Spielsucht fördern. Eine ähnliche Verordnung verabschiedet der Arakawa Bezirk in Tokyo letzten März. Die Zentralregierung plant bis jetzt noch kein Gesetz und denkt offiziell nicht über ein mögliches Verbot nach. Das Gesundheitsministerium ist sich jedoch bewusst, das Städte die Regulierungen selbst übernehmen.

Quelle: Mainichi Shimbun

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