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Gemeinden müssen teilweise Angebot erweitern

Grabreinigungen und Rasenmähdienste werden als Steuergeschenke in Japan immer beliebter

In Japan ist es möglich über das Heimatsteuersystem selbst zu entscheiden, an welche Gemeinde das Geld gehen soll. Als Dankeschön winken dabei oft kleine und große Geschenke. Es wurde nun festgestellt, dass vor allem Grabreinigungen und Rasenmähdienste als Geschenk immer beliebter werden.

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Grund dafür ist die Pandemie und der derzeitige Ausnahmezustand. Deutlich weniger Menschen haben zu den Feiertagen oder allgemein die Familienhäuser besucht und sie sind stattdessen wie empfohlen zu Hause geblieben. Das sorgte aber dafür, das unter anderen die Grab- und Gartenpflege liegen bleibt.

Aus der Ferne wird sich um Gräber und Häuser gekümmert

Deswegen greifen immer Menschen zu Dienstleistungen, die über das Steuersystem angeboten werden. Das sorgt dafür, dass viele Kommunalverwaltungen deutlich mehr Anträge für die Dienstleistungen bekommen. In einigen Fällen war die Nachfrage sogar so groß, dass zusätzliche neue Angebote eingeführt werden mussten.

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Unter anderen bat eine Frau in den fünfzigern das Silver Jinzai Center in Takashima, Shiga, den Rassen am Anwesend ihres Mannes zu schneiden. Gleich zweimal nutzte sie den Dienst über das Steuersystem. Nach eigenen Angaben reist sie normalerweise selbst in die Heimatstadt, um die Arbeit zu erledigen.

Zurzeit sei das aber wegen der Pandemie nicht möglich, weswegen sie den Gartendienst nutzt. Der schickte zwei Mitarbeiter zu dem leeren Haus, die bereits nach einer Stunde die Arbeit erledigt hatten. Anschließend schickten sie der Frau ein Foto von den gemähten Rassen als Beweis.

Angebote sind vielfältig

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Takashima hatte schon vor dem Ausbruch von Covid-19 sogenannte Lifestyle Support Services auf der Liste der Steuergeschenke. Neben den Rasenmähdienst haben sie auch andere Angebote zur Unterstützung von Eltern, Großeltern oder anderen Familienmitgliedern, die in der Stadt leben.

Insgesamt bietet die Stadt dazu fünf verschiedenen Pakete an. Die Buchung eines Dienstes für zwei Stunden kostet um die 78 Euro. Für 157 Euro ist es schon möglich Dienste für vier Stunden zu buchen. Zwischen April und Dezember 2020 bekam Takashima 15 Anfragen, was vier mehr als im letzten Jahr sind. Es wurde dazu angegeben, dass die Zahlen noch weiter ansteigen können, wenn auch die Pandemie anhält.

Ähnlich sind die Entwicklungen in der Stadt Suzu am Noto Peninsula in Ishikawa. Sie verzeichnen vor allem einen Anstieg bei der Grabsteinpflege und den Rasenmähdiensten als Steuergeschenke. Während es 2019 nur fünf Anfragen gab, waren es bereits bis Ende Dezember acht und es werden bis zum Ende des Geschäftsjahres noch mehr erwartet.

Städte erweitern ihre Liste der Steuergeschenke

Ein Stadtbeamter erklärte, dass wohl viele Menschen von dem Virus betroffen sind. Sie bieten deswegen auch Meeresfrüchte als Steuergeschenk an, damit die Menschen sich an Suzu erinnern. Sie würden sich darüber freuen, dass Personen, die gerade nicht in die Heimat können, die Angebote nutzten.

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Um auf das gestiegene Interesse für solche Steuergeschenke zu reagieren, führte unter anderen Fukushima in der gleichnamigen Präfektur letzten Dezember eine Liste mit solchen Diensten ein. So gibt es unter anderen ein Angebot, bei dem mithilfe eines Wasserdienstes Verwandte überwacht werden.

Ein Gerät registriert die Wassernutzung am Wasserhahn und wenn er stundenlang an ist oder nicht im üblichen Zeitraum verwendet wird, kommt es zu einer Notfallwarnung an den Nutzer. Buchbar ist der Dienst für ein ganzes Jahr für etwa 6.102 Euro.

Nachfrage ist allgemein gestiegen

Ebenfalls bietet Fukushima umfassende Gesundheitschecks für Verwandet, Grabreinigungen mit Blumenlieferungen und Ausflüge von Tür zu Tür zu Thermalbäder an. Fukushima hofft mit den Steuergeschenken die Bedenken der Menschen, die nicht in ihre Heimatstadt kommen, zu reduzieren und die wirtschaftliche Aktivität in der Region zu verbessern

Dass es allgemein einen Anstieg bei der Nachfrage von Dienstleistung als Steuergeschenke gibt, die nach Häusern, Gräbern und Familien schauen, bestätigte Trustbank. Sie sind der Betreiber des größten Steuervermittlungsunternehmens, Furusato Choice. Zwischen März und November 2020 soll die Nachfrage nach solchen Angeboten um das 1,6-fache gestiegen sein. Die Höhe der gezahlten Beiträge hat sich ebenfalls verdoppelt.

Das Unternehmen erklärte zur Entwicklung, dass Menschen die in den Sommer- oder Neujahrsferien nicht in ihre Heimatstadt zurückkehren konnten, nun vermutlich an ihre Familie denken und deswegen die Dienste nutzten. Es ist dazu nicht ungewöhnlich, dass sich das Angebot auf die Pandemie anpasst. So waren letztes Jahr besonderes Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel beliebt.

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