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HomeNachrichten aus JapanGroße Unternehmen sollen geschlechtsspezifische Lohnunterschiede offenlegen

Kampf gegen wirtschaftliche Ungleichheit

Große Unternehmen sollen geschlechtsspezifische Lohnunterschiede offenlegen

Japans Regierung plant von großen Unternehmen zu verlangen, die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede offenzulegen. Premierminister Fumio Kishida will so die Rolle der Frauen am Arbeitsplatz stärken, da das Lohnungleichgewicht in Japan als das schlechteste innerhalb der G-7-Länder gilt.

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Die neue Regelung würde rund 18.000 Firmen betreffen, die mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigen.

Kampf gegen geschlechtsspezifische Lohnunterschiede

Neben der Offenlegung der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede sollen diese Unternehmen auch die Gehaltsunterschiede zwischen Festangestellten und Teilzeitkräften offenlegen.

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Die Informationen werden über die Websites der einzelnen Unternehmen oder über eine vom Arbeitsministerium eingerichtete spezielle Datenbank zugänglich gemacht. Dies soll Menschen, die eine Arbeit suchen, helfen, sich über das Lohngefälle in einer Firma zu informieren.

Firmen, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen, sollen öffentlich bekannt gegeben werden.

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Derzeit sind die Unternehmen in Japan dazu verpflichtet, mindestens zwei Punkte aus einer umfangreichen Liste offenzulegen, viele entscheiden sich dazu, den Anteil der weiblichen Beschäftigen zu veröffentlichen.

Das Lohngefälle wird in diese Liste aufgenommen, allerdings wird größeren Unternehmen keine Wahl gelassen.

Die Regierung erwägt auch, börsennotierte Unternehmen zu verpflichten, die Zahl der Lohnunterschiede in ihre Jahresabschlüsse aufzunehmen. Dies würde eine Überarbeitung der Richtlinie des Kabinettsamtes erfordern und die Änderung könnte ab 2023 in Kraft treten.

Unterschiede im Medianlohn in Japan am größten

Aus Regierungsdokumenten geht hervor, dass der Medianlohn weiblicher Angestellter in Japan 22,5 Prozent unter dem Medianlohn männlicher Angestellter liegt, der schlechteste Wert unter den G-7-Staaten.

In einigen G-7-Ländern gibt es bereits Regeln für die Offenlegung von Lohnunterschieden zwischen den Geschlechtern.

Experten führen die Situation in Japan auf eine Reihe von Arbeitspraktiken zurück, insbesondere darauf, dass viele Frauen als Teilzeitkräfte arbeiten, was ihnen die Möglichkeit nimmt, ein höheres Dienstalter zu erreichen. Das Dienstalter ist in Japan allerdings für die Festlegung der Gehälter mit entscheidend.

Die geringe Zahl weiblicher Führungskräfte, die hohe Gehälter beziehen, trägt ebenfalls zu dem großen Lohngefälle bei.

Da mittlerweile allerdings immer mehr Investoren darauf achten, wie Frauen in Unternehmen behandelt werden, gibt es langsam ein Umdenken in Japan und einige Firmen haben mittlerweile damit begonnen, das Lohngefälle von sich aus anzugleichen.

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