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Grüner Briefkasten in Daishoji-Tempel in Kyoto soll Trauernden beim Abschiednehmen helfen

Brief einer Mutter an ihr Kind begann die Tradition

Ein grüner Briefkasten im buddishisten Daishoji-Tempel in Kyoto soll Menschen helfen, die eine geliebte Person verloren haben.

Jeder kann einen Brief an einen Verstorbenen im Briefkasten einwerfen. Die Briefe werden nicht geöffnet, sondern rituell in einem „gomadan“-Feueraltar verbrannt.

Ein Mitglied der buddhistischen Gemeinde, das früher einmal Postmeister war, hat den Briefkasten vor 30 Jahren gespendet. Der Postkasten steht neben der Haupthalle des Tempels und wird manchmal als Sammelbox für Opfergaben verwendet, da er sich in der Nähe des heiligen Wasserfalls und des Feueraltars befindet.

Eines Tages wurde ein Brief gefunden

Die Tempelpriester haben den Postkasten grün angestrichen, damit er nicht mit einem richtigen Briefkasten verwechselt wird. Trotzdem fanden sie eines Tages einen Brief in ihm.

Der 59-jährige Hohepriester Shinko Matsuo erinnert sich daran, wie sie damals diskutiert hatten, ob sie den Brief öffnen sollten. Aber er hatte das Gefühl, dass sie es tun sollten, denn er glaubte, der Absender hätte gedacht, das es sich um einen normalen Briefkasten handelt.

Der Brief war eine Liebesbotschaft an ein Kind.

„Spielst du im Himmel?“, lautete eine Zeile. „Bitte pass auf meine Mutter und meinen Vater auf“, eine andere. Der Absender schien eine junge Mutter zu sein, die entweder eine Fehlgeburt hatte oder deren Kind unter anderen Umständen gestorben war.

Der Hohepriester, der darauf bedacht war, die Worte der Frau an ihr Kind weiterzugeben, hielt einen Gottesdienst ab, um den Brief im Feueraltar zu verbrennen. Danach tauchten weitere Briefe im Briefkasten auf, die alle an Verstorbene gerichtet waren.

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Seit Juni 2018 werden offiziell Briefe angenommen

Nachdem Matsuo im März letzten Jahres auf seinem Instagram-Account über den Briefkasten geschrieben hatte, schrieben viele Leute zurück und sagten, dass sie auch Briefe dort hinterlassen wollten.

Anfang Juni 2018 begann der Tempel offiziell Briefe entgegenzunehmen und seitdem heißt der Postkasten „grüner Briefkasten“. Es wurde zusätzlich ein Schild angebracht, das erklärt, wofür der Briefkasten da ist.

Gemeindemitglieder würdigen Matsuos Bemühungen und unterstützen das Projekt.

Große Resonanz auf den grünen Briefkasten

Der Briefkasten enthielt ungefähr zehn Briefe, nur wenige Tage nachdem der Tempel sie offiziell angenommen hatte.

Die Resonanz ist groß, es gibt aus dem ganzen Land Anfragen, auch ob man einen Brief an den Tempel schicken könnte, wenn man nicht in der Lage ist, persönlich vorbeizukommen.

Die Priester des Tempels denken darüber nach, eine Veranstaltung zum Schreiben von Briefen abzuhalten, da sich im digitalen Zeitalter nur wenige Menschen die Mühe machen, Briefe von Hand zu schreiben.

Quelle: MA

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