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Freiwillige beseitigen diffamierende Beiträge

Gruppe an Freiwilligen kämpft in Japan gegen Cybermobbing an

Cybermobbing ist in Japan ein großes Problem, dem die Regierung immer noch nicht richtig Herr wird. Eine Gruppe an Freiwilligen hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, selbst gegen diffamierende Beiträge und schädliche Aussagen vorzugehen.

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Cyber ​​Auditor heißt die Gruppe, die bereits seit 2005 aktiv ist und aus fünf Kernmitgliedern aus ganz Japan besteht. Zusammen gehen sie online gegen Personen vor, die mit Beiträgen anderen Menschen schaden wollen. Ihre Methode ist dabei ungewöhnlich, aber effektiv.

Mobber werden unter Druck gesetzt

Statt eine Löschung der Aussagen über die Webseiten selbst zu erzwingen, setzten sie die Verfasser selbst unter Druck, sodass sie am Ende selbst nachgeben. Oft reagieren soziale Netzwerke gar nicht oder nur langsam auf beleidigende Beiträge. Rechtliche Schritte über einen Anwalt sind ebenfalls langwierig und teuer. Mit der Methode der Gruppe verschwinden Beiträge meistens bereits nach zwei Wochen.

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Unter anderem wurde so einer Person geholfen, über die auf YouTube diffamierende Videos veröffentlicht wurden. Ab Mitte November letzten Jahres wurden dem Opfer verschiedene Dinge in den Videos vorgeworfen, wobei das Firmenlogo einer Firma verwendet wurde, mit der die Person zu tun hatte.

Die Situation eskalierte schnell und fast jeden Tag wurden neue Videos hochgeladen, die immer radikaler wurden. Ein Video erreichte dazu schnell 2.000 Aufrufe, womit die Aussagen des Kanalbetreibers immer gefährlicher wurden.

Täter können ihre Überwachung verfolgen

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Das Opfer versuchte über YouTube eine Löschung zu erzwingen, was jedoch nicht gelang. Schließlich schaltete sich die Gruppe ein, die auf der Seite des Täters aktiv wurde. Sie informierten ihn, dass seine Videos als diffamierend gelten und sie die Beiträge nun aufzeichnen sowie die Details seiner Postings überwachen. Anfang Dezember waren alle Videos verschwunden.

Wenn Menschen Hilfe wegen Cybermobbing benötigen, können sie sich einfach an die Gruppe wenden. Der Fall bekommt dann eine Nummer und der Täter wird über die Überwachung benachrichtigt. Die Nummer können Mobber selbst auf der Webseite der Gruppe eingeben, um die Aktivitäten und auch die Zusammenarbeit mit einem Anwalt einzusehen. In Notfällen benachrichtigt die Gruppe auch die Polizei.

Cybermobbing nimmt in der Pandemie zu

Geld verlangt die Gruppe nicht und der Dienst besteht auf freiwilliger Basis. Allerdings wird überlegt eine Gebühr einzuführen, um mehr Fälle zu bearbeiten. In den letzten 15 Jahren hat die Gruppe bereits 1.500 Aufträge bearbeitet. Bei 1.300 von ihnen konnten sie ein Löschung, Entschuldigung und weitere Maßnahmen erreichen.

Aufhören will die Gruppe noch lange nicht. Besonders in Zusammenhang mit Covid-19 haben Hassreden im Internet zugenommen. Ein Mitglied der Gruppe erklärte, dass sie sich um Geschäfte und Unternehmen sorgen machen, die wegen diffamierende Beiträge nicht öffnen können oder wegen ausbleibender Kunden pleitegehen.

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Auch befürchten sie mehr Selbstmordfälle, die leider letztes Jahr tatsächlich zugenommen haben. Sie wollen deswegen weiterhin sich gegen böswillige Kommentare einsetzen und eine Gesellschaft schaffen, in der das Problem ernst genommen wird. Ihre Hartnäckigkeit bei der Verfolgung von Cybermobbing soll dabei die wahre Lösung für das Problem sein.

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