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HomeNachrichten aus JapanHaarfarbenkodex an Highschools in Tokyo sorgt erneut für Kritik

Schüler müssen mit Dokumenten die natürliche Frisur nachweisen

Haarfarbenkodex an Highschools in Tokyo sorgt erneut für Kritik

Viele Highschools in Tokyo setzen den sogenannten Haarfarbenkodex sehr streng durch. Der Kodex betrifft allerdings nicht nur die Farbe, sondern auch die Art der Frisur.

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Schüler, die mit gewelltem Haar oder einer anderen Haarfarbe als schwarz zum Unterricht erscheinen, müssen ein von ihren Eltern unterschriebenes Dokument vorlegen, mit dem sie bestätigen, dass es das natürliche Aussehen der Schüler ist.

Haarfarbenkodex bei über 40 Prozent der Highschools in Tokyo

Mehr als 40 Prozent der Schulen in Tokyo haben diesen Haarfarbenkodex. Die Mitglieder der Kommunistischen Partei (JCP) in Tokyos Stadtverordnetenversammlung kritisierte diese Praxis als unangebracht.

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Vorschriften an japanischen Schulen zur Haarfarbe wurden bereits in Gerichtsverfahren angefochten und auch international gibt es immer mehr Kritik.

Die JCP sieht in dem Haarfarbenkodex eine Verletzung der Menschenrechte und beantragte die Offenlegung von Informationen über die Situation an den Schulen in Tokyo. Zwar ist die Vorschrift, welche Haarfarbe Schüler an Schulen in Japans Hauptstadt haben müssen, mittlerweile verboten, aber in der Praxis wurde nur ein kompliziertes Verfahren eingerichtet, durch das Schüler beweisen müssen, dass ihre Frisur natürlich ist.

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Von den 177 städtischen Oberschulen gaben 84,7 Prozent an, dass sie Vorschriften für die Frisur und Farbe der Haare der Schüler haben.

Dokumente von den Eltern oder einem Arzt

44,6 Prozent der Schulen verlangen von den Eltern der Schüler ein unterschriebenes und versiegeltes Dokument, dass bestätigt, dass die Frisur und Haarfarbe natürlich sind. Einige Schulen verlangen zusätzlich sogar Fotos der Schüler aus der Grundschule.

Es gibt auch Fälle, in dem Schüler gezwungen wurden Dokumente von ihrem Arzt vorzulegen, der die natürliche Haarfarbe oder Locken bestätigt. Nicht wenige Schulen erklärten sowohl Dokumente der Eltern, als auch die eines Arztes für ungültig, wenn ein Schüler seine Haare einmal färbte oder eine Dauerwelle hatte. Ebenfalls viele Schulen verwenden Farbtafeln, um die Haarfarbe der Schüler einzustufen.

Keine Aufklärung über freiwillige Abgabe der Dokumente

Laut der Schulbehörde sind solche Dokumente, wie einige Schulen sie fordern, nötig, um zu vermeiden, dass Lehrer Schüler wegen ihrer Haare zurechtweisen. Allerdings sind diese Dokumente freiwillig und die Schüler und Eltern werden vorab darauf hingewiesen. Laut der JCP klären allerdings nur fünf Schulen in Tokyo über diese Tatsache auf.

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„Die Registrierung der Haarfarbe eines Schülers ist eine Menschenrechtsverletzung, ähnlich wie die Aufforderung, seine Hautfarbe zu registrieren“, sagte Sprecher der JCP. „Es ist ein natürliches Recht, die Haare zu haben, mit denen der Schüler geboren wurde und es ist nicht etwas, das von anderen gebilligt werden muss.“

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