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Unterstützung vom Staat wäre hilfreich

Hälfte der alleinerziehenden Eltern in Japan leidet unter Einkommensrückgängen

Viele Familien spüren schon seit Wochen die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf ihr Leben. Besonders hart trifft es allerdings alleinerziehende Eltern. Laut einer Umfrage verzeichnet mehr als die Hälfte von ihnen einen Einkommensrückgang. Das sorgte bei den kleinen Familien, die oft schon so finanziell schwächer sind, für Probleme.

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Vom 2. April bis 5. April führte die Unterstützungsorganisation für alleinerziehende Mütter, Single Mothers Forum, eine Online-Umfrage zur aktuellen Lebenslage durch. 205 Personen antworteten auf die Befragung. Es gaben dabei 52 Prozent der Befragten an, dass ihr Einkommen gesunken ist. 40 Prozent erklärten, dass sie bis jetzt keine Veränderungen haben. Nur sieben Prozent vermerkten, dass sie ihr Einkommen komplett verloren haben.

Eltern wünschen sich Hilfe von der Regierung

Allgemein waren nur 29 Prozent aller Befragten fest angestellt. Die Mehrheit mit 40 Prozent arbeitet in der Teilzeitbeschäftigung. Zeitarbeitskräfte oder Leiharbeiter machten die restlichen 13 Prozent aus.

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Neben den reduzierten Arbeitszeiten sind jedoch gleichzeitig die Lebenshaltungskosten gestiegen, da die Kinder aufgrund der Schulschließungen zu Hause bleiben. Die Eltern wurden deswegen gefragt, welche Maßnahmen sie sich von der Regierung sofort wünschen würden, wobei mehrere Antworten möglich waren.

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79 Prozent gaben an, dass sie eine sofortige Barauszahlung einer Finanzhilfe gerne hätten. 40 Prozent hätten gerne einen Babysitterdienst und mehr Orte, wo Kinder sicher die Zeit verbringen können.

Familien leben nur noch vom Minimum

Hilfe ist jedenfalls dringend notwendig, wie einige persönliche Befragungen der Eltern zeigen. Eine Mutter aus Hokkaido, die in der Hotelbranche arbeitet und ein gesunkenes Einkommen hat, bat ihre Kinder, für das neue Schuljahr auf alles außer das Notwendigste zu verzichten.

Andere Eltern gaben an, dass sie meistens nur Reis essen, um satt zu werden und keine ausgewogene Ernährung mehr haben. Einige können die Miete nicht mehr zahlen, da die Kosten steigen und andere müssen ihre Kinder alleine lassen, da sie mit Auszeiten ihren Job riskieren.

Die Chefdirektorin der Organisation, Chieko Akaishi, betrachtet die Lage als sehr ernst. Viele alleinerziehende Eltern haben es schon in normalen Zeiten nicht einfach. Die nun steigenden Ausgaben und das sinkende Einkommen verschlimmern die Situation nur noch. Zusätzlich wissen sie nicht, wo die Kinder hin sollen. Akaishi fordert deswegen Unterstützungsmaßnahmen für die Familien, damit die Schwachen nicht zurückgelassen werden.

MS

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