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Es mangelt an Teilnehmern

Haiku-Event gegen Atomwaffen wird nach 55 Jahren eingestellt

Japan erinnert in Form von verschiedenen Veranstaltungen und Projekten an den Abwurf der Atombombe 1945. Eins von ihnen ist das jährliche Haiku Event für die Abschaffung von Atomwaffen. Das Treffen wird dieses Jahr nun zum letzten Mal stattfinden.

Das Treffen, dass von der Mainichi Newspaper Co. unterstützt wird, findet bereits seit 54 Jahren statt. Gestartet wurde es von dem Haiga Künstler Jakuso Okuda, der 1988 verstarb.

Haiku’s für den Frieden

Jedes Jahr können Menschen ihre Haikus zum Theme Frieden und Atomwaffen einsenden. Die Besten werden dann von einer Jury ausgezeichnet. Zusätzlich wird eine Sammlung aller Haikus an alle Teilnehmer gesendet, welche dann ihre Favoriten wählen.

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Gerade diese beide Themen wurden von Okuda ausgesucht, da sich Atomwaffen wegen des Kalten Krieges immer mehr auf der Welt ausbreiteten und 1954 mehrere Japaner auf dem Fischerboot Lucky Dragon 5 durch einen amerikanischen Wasserstoffbombentest an dem Bikini Atoll schwer verstrahlt wurden.

Der erste Preis ging damals 1965 an das Haiku „Keloid no shogai nuganu usutebukuro“ aus Kyoto. Übersetzt lautet es „Dünne Handschuhe/die für das Leben nicht entfernt werden können/Keloide“. Zu Höchstzeiten des Treffens gab es mehr als 1.000 Einsendungen.

2020 wurde das Treffen zwar abgesagt, aber trotzdem die Sieger aus insgesamt 455 Gedichten von 131 Dichtern gekürt. Insgesamt fand das Treffen nur zweimal nicht statt. Diesen September wird es nun die 55. und letzte Veranstaltung geben, wie nun angekündigt wurde.

Vertrag gegen Atomwaffen macht Hoffnung

Grund dafür ist die stark gesunkenen Zahl an Teilnehmer, die Haikus einreichen. Hinzukommt, dass Mitglieder des Organisationskomitees immer älter werden und kaum noch neue Leute für die Veranstaltung gewinnen können. Chefdirektor des Organisationskomitees, Norihide Ito, erklärte, dass sie dachten, dass ein Ende mit dem 55. Treffen gut wäre.

Er wies dabei auf den Vertrag der Vereinten Nationen über das Verbot von Atomwaffen hin, der im Januar endlich in Kraft treten konnte. 50 Staaten haben ihn ratifiziert, Japan ist jedoch nicht darunter. Trotzdem hofft Ito, dass die Abschaffung von Atomwaffen vorangehen wird, da der Vertrag nun gültig ist.

Ikuro Anzai von der Ritsumeikan University erklärte, dass es viel mehr als nur um einen Gerichtswettbewerb geht. Bei den Treffen wurden die Erfahrungen von Menschen weitergeben, die der Atombombe ausgesetzt wurden. Er sei deswegen traurig, dass das Event nun endet. Für die Zukunft hofft er, dass die Leute, welche die Treffen organisiert haben, weiterhin in anderen Bereichen aktiv sind.

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