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Sportlerin wollte nur Leidenschaft zum Wrestling teilen

Hana Kimura’s Mutter wendet sich an die Öffentlichkeit

Vor mehreren Tagen nahm sich die 22 Jahre alte Wrestlerin und Realityshow-Darstellerin Hana Kimura das Leben. Zuvor bestätigte sie noch, dass sie seit Wochen unter extremem Online-Mobbing leide. Der Fall erschütterte Menschen weltweit und zeigte Japans extremes Problem mit digitalem Mobbing. Nun meldet sich Kimuras Mutter zu Wort und hat eine wichtige Botschaft für die Menschen.

Bereits am 4. Juli führte Kyoko Kimura ein Interview mit Mainichi Shimbun. Sie erklärte dabei, dass Hana darüber sprach, wie die Macher der Show Terrace House versuchten, sie als aggressive Person darzustellen. Sie sollte einen ihrer Mitbewohner in einem angeblichen Streit schlagen.

Hana weigerte sich bis zum Ende jedoch und schlug ihm nur die Mütze vom Kopf. Das reichte für Zuschauer jedoch aus, sie daraufhin mit Hassbotschaften zu bombardieren, die sie am Ende in den Tod trieben.

Hana freute sich auf die Show

Die Show sollte eigentlich ein neues Highlight in Hanas Karriere werden. 2019 erzählte sie freudig ihrer Mutter von der Teilnahme und dass sie den Menschen weibliches Pro-Wrestling näherbringen will. Tatsächlich hatten wohl Fans ihr erzählt, dass sie wegen der Show angefangen haben den Sport zu gucken. Ende 2019 war jedoch jegliche Freude verflogen.

Hana wollte aufhören, da sie wegen ihrer Matches Schwierigkeiten hatte zu filmen und das Mobbing online zunahm. Sie hatte jedoch keine Möglichkeit die Show zu verlassen. März 2020 kam es dann zu dem angeblichen Streit um ein ruiniertes Kostüm, der Hana das Leben zur Hölle machen sollte.

Wenige Tage vor ihrem Tod hatte Hana ihrer Mutter nach der Geburtstagsfeier ihrer Großmutter unter Tränen erzählt, wie es zu der Szene kam. Sie erklärte, dass man sie zwang den jungen Mann zu schlagen, sie aber nicht wollte, da es sich als Profi-Wrestlerin nicht gehört und sie niemandem weh tun will.

Produzent Fuji TV äußerte sich bereits zu den Anschuldigungen. Bei einer Pressekonferenz am 3. Juni gaben sie an, dass sie niemanden zwingen würden, Dinge zu tun und dass sie Menschen nicht anwiesen, ihr wahres Ich zu verstellen. Dass sämtliche Szenen der Realityshow gestellt sind, obwohl eigentlich etwas anderes behauptet wird, bestätigten sie hingegen. Kyoko sieht das Statement sehr kritisch.

Problematik wird nicht vom Sender erkannt

Darsteller seien laut ihr in einer schwächeren Position. Sie haben keine wirkliche Möglichkeit zu sagen, dass sie bestimmte Dinge nicht machen wollen. Wie bei Opfern von Misshandlungen sind sie in einem Machtverhältnis, bei dem Täter gar keinen Zwang erkennen, den Opfer spüren.

Zu den Mobbern sagt sie, dass sie zuerst eine große Wut auf sie hatte und sie regelrecht Hass verspürte. Nun fühle sie jedoch anders, was an einer Entschuldigungsbotschaft liegt, die sie bekam. Einer der Täter schrieb ihr, dass egal was er sagt, man ihm nicht verzeihen kann. Er habe Behinderungen und könne viele Dinge nicht mehr tun. Um den Stress abzubauen, fing er an hasserfüllte Nachrichten zu schreiben. Am Ende schreibt die Person, dass er selber nichts wert sei und sterben wird.

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Kyoko erkannte mit der Nachricht, dass Menschen, die grundlos andere beleidigen, eigentlich auch nach Hilfe suchen. Sie möchte deswegen nicht, dass sie sterben, selbst wenn sie für den Tod von Hana verantwortlich sind. Der Tod würde nichts lösen. Sie bittet deswegen die Menschen Verantwortung zu tragen und die Last lebenslang zu tragen. Wenn sie es schaffen, ihre eigenen düsteren Gedanken zu besiegen und lernen soziale Medien richtig zu nutzen, dann können sie ein glückliches Leben haben.

Eine junge Frau voller Träume

Kyoto beschreibt Hana als ein liebes Mädchen mit einer lebhaften Persönlichkeit. Kurz nach der Geburt von ihr musste Kyoko sie allein großziehen, da der indonesische Vater sie sitzen ließ. In der Schule wurde Hana teilweise für ihre indonesische Herkunft gehänselt, blieb aber stark.

Als Teenager entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Tanzen und Modeln. Sie träumte davon ein Star zu werden, was Kyoko komplett unterstützte. Sie selbst war 15 Jahre lang Pro-Wrestlerin gewesen und wollte gar wie Hana arbeiten. Tatsächlich sollte sich der Traum für Hana erfüllen. Mit 18 Jahren feierte sie im Ring ihr Debüt.

Als Hana es durch das Mobbing immer schlechter ging, machte sich Kyoko Sorgen. Ende März veröffentlichte die Sportlerin online ein Bild von ihrem aufgeschnittenen Handgelenk. Kyoko rief sofort bei ihr an, ihre Tochter meinte jedoch, dass alles in Ordnung sei.

Ein letztes Treffen mit der Mutter

Sie versuchte sie aufzumuntern und schrieb ihr, dass das Mobbing bald aufhört und es unverantwortliche Menschen seien, die aus sicherer Entfernung Steine werfen. Sie solle lieber auf die Menschen gucken, die ihr wichtig sein. Hana schien die Nachricht viel zu bedeuten, da sie einen Screenshot davon auf ihrem Handy speicherte.

Tatsächlich versuchte sie sich zu distanzieren und löschte Twitter und Instagram von ihrem Handy. Als es zum Ausbruch von Covid-19 kam und sie nicht arbeiten konnte, bat ihre Wrestling Management Firma sie, doch Werbung über die sozialen Medien für den Sport zu machen. Sie installierte die Apps wieder und wurde erneut mit Hass konfrontiert.

Am 19. Mai brachte Kyoko Hana ihr Lieblingssteak, Bento, Chinese Rice Bowl und Pfannkuchen vorbei. Es war das letzte Mal, dass sie ihre Tochter lebend sah. Kyoko fühlt sich im Nachhinein dabei schlecht, da Hana zu spät zum Treffen war und Kyoko sie darauf ansprach, obwohl es ihr nicht gut ging. Am 23. Mai nahm Hana sich das Leben, nachdem sie sich online noch von ihren Fans verabschiedet hatte.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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1 Kommentar

  1. War ja klar, dass der Sender sich der Verantwortung nicht stellen will. Leute in einer höheren Position sind immer so. Sie wälzen alles auf andere ab, damit ihre Position nicht gefährdet wird. Nicht, dass das bei uns hier anders wäre, aber in Japan sehe ich das wirklich kritisch, gerade bei Fernsehsendern. Die haben sowas wie eine Verantwortung. Ein Beweis, dass man immer weniger vor der Glotze verbringen sollte, denn was man uns schon früh beigebracht hat: Fernsehen macht nur dumm!

    Mir tut’s nach wie vor leid, was mit Hana Kimura passiert ist. Für die Mutter dürfte es ziemlich schwierig sein. Eigentlich sollte Japan endlich mal aufwachen und etwas gegen diese Mobbing-Sache unternehmen, sei es Online oder im RL, aber da möchte keiner die Verantwortung tragen, schon alleine, weil deren ach so tolle Mentalität ihnen dabei im Weg steht. Das wird in Japan nie aufhören.

    Da fällt mir ein, dass ein Youtuber mit dem Namen „Nobita from Japan“ mal ein Video dazu gemacht hat, warum Mobbing in Japan so allgegenwärtig ist. Solltet ihr mal anschauen!

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