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Internationale Schulen in Japan

Harrow International School Appi – britische Elite-Bildung in den Bergen Japans

Leben und Lernen auf einer Stufe mit dem einstigen britischen Premier Winston Churchill – aber in Japan. Das ist das Versprechen der Harrow International School Appi, einer prestigeträchtigen britischen Privatschule, die nun ihre erste japanische Zweigstelle eröffnet hat.

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Für 180 Kinder begann in blauen Uniformen und Strohhüten – den traditionellen Uniformen der Harrow-Schüler – Ende August das Schulleben an Japans neuester internationaler Bildungseinrichtung. Die findet sich nicht etwa in der Hauptstadt Tokyo, sondern abgelegen in den Bergen Nord-Honshus.

Englisch, Schach und Wintersport an der Harrow International School Appi

In Großbritannien ist die 1572 etablierte Harrow School als eine der ältesten Elite-Schulen des Landes weithin bekannt. Größen wie Winston Churchill und der erste indische Premierminister Nehru zählen zu den Absolventen der Einrichtung. Insbesondere in den letzten zwanzig Jahren sind auch international viele Harrow-Schulen entstanden, die meisten davon in China. Der Neubau in Japan ist auch eine Reaktion auf die Entwicklungen dort.

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Ihren Standort hat die Schule in der Stadt Hachimantai in der Provinz Iwate, weit im Norden der Hauptinsel Honshu. Hachimantai, rund eine Stunde von der Provinzhauptstadt Morioka entfernt, ist ein Städtchen in den Bergen, bekannt unter anderem für Wintersport.

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Auf die Idee, hier eine internationale Schule anzusiedeln, kam das Unternehmen Iwate Hotel & Resort Inc., das in Hachimantai ein Ski-Resort auf dem Appi-Plateau betreibt. Der Plan: die Schule soll die Region international bekannt machen, den Ort beleben und langfristig zu Ansiedlungen führen.

Vor fünf Jahren begannen die Verhandlungen mit der Harrow School. Nach einer Einigung begann die Iwate Hotel & Resort Inc. mit dem Bau der Schule, die in diesem Jahr fertiggestellt wurde. Auf dem Gelände finden sich neben Schulgebäude und Sporthalle auch eine Schwimmhalle, Wohnheime, ein eigener Musiksaal und eine Bibliothek.

Förderung durch Stadt und Präfektur in Millionenhöhe

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Präfektur Iwate und der Stadt Hachimantai, die für die nächsten Jahre jeweils 164 Millionen Yen (ca. 1,18 Millionen Euro) an Fördergeldern bereitgestellt haben.

Wenn der Schulbetrieb einmal ins Laufen gekommen ist, so hoffen die Investoren, wird ihr Einfluss auch medizinische Einrichtungen und Geschäfte aus aller Welt in die Stadt bringen. Langfristig rechnen sie mit mehr als 10,000 Zuzügen nach Hachimantai – aktuell leben etwa 25,000 Menschen in der Stadt.

Bereits jetzt hat die Schule für mehr Internationalität in Hachimantai gesorgt. Denn der größte Teil der 200 Angestellten, die aus verschiedensten Ländern stammen, haben ihren Wohnsitz im Ort. Überhaupt soll es an der Schule bunt zugehen.

Die Harrow International School Appi wendet sich an eine breite Zielgruppe wohlhabender Eltern aus aller Welt, die ihren Kindern eine exklusive Ausbildung nach britischen Standards in den malerischen Bergen Japans zukommen lassen möchten. Rund 8 Millionen Yen (ca. 57,600 Euro) kostet ein Schuljahr an der Harrow Appi.

Die abgelegene Lage ist gewünscht. Schulleiter Michael Farley sieht in der Präfektur Iwate beste Bedingungen für das Internat. Hier wären die Schüler in der Lage, in einer gesunden Umgebung abseits des regen Treibens der Großstädte zu lernen und aufzuwachsen.

Der Fokus der Schule liegt auf dem Sprachenlernen. Die meisten der Lehrkräfte stammen aus Großbritannien, der Unterricht wird auf Englisch gehalten. Das dürfte die Absolventen für international agierende japanische Unternehmen attraktiv machen. Wintersport gehört zum Schulprogramm ebenso wie Kunst und Schachspiel – letztere gibt es an normalen japanischen Schulen nur als außerschulische Aktivitäten.

In Zukunft sollen 900 Kinder gleichzeitig an der Schule unterrichtet werden. Jetzt startete der Schulbetrieb mit 180 Kindern in mehreren Jahrgängen. Nach den Gesetzen Japans zählt Harrow Appi als „Sonstige Schule“ – die Absolventen erhalten darum keinen japanischen Schulabschluss. Jedoch können sie stattdessen einen britischen Abschluss bekommen. Damit stehen ihnen weltweit Möglichkeiten für den weiteren Bildungsweg offen.

Chinesische Eltern werfen ein Auge auf Elite-Schulen in Japan

Zwölf Nationalitäten sind aktuell an der Schule vertreten. Einige der Kinder stammen aus Großbritannien und den USA, der größte Teil aber aus asiatischen Ländern. Darunter sind neben Japan auch China, Hongkong und Taiwan. Gerade für chinesische Eltern ist die japanische Harrow International School eine willkommene Alternative zu chinesischen Elite-Einrichtungen.

Denn obwohl die Harrow School eine ganze Reihe von Schulen in China betreibt, sind diese für Eltern in den letzten Jahren immer unattraktiver geworden. Das hat mit strengen Vorschriften gegenüber ausländischen Bildungseinrichtungen und teuren Privatschulen zu tun, aber auch mit Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie.

Indem sie ihre Kinder nach Japan schicken, erhoffen sich die Familien, ihnen einen international angesehenen Abschluss und eine hochwertige Ausbildung ohne staatliche Eingriffe zu garantieren. Die kulturelle Nähe zu China macht es zudem einfacher, die Kinder nach Japan zu schicken als etwa nach Europa oder Amerika.

Bei einigen Menschen in Japan stößt die Schule deshalb aber auch auf Widerstand. Wie Kommentare im Internet zeigen, wird sie von manchen als chinesische Investition angesehen. Andere wiederum befürchten, an der Schule würden selbst japanische Kinder zu „Ausländern“ erzogen, die mit ihren nicht-japanischen Schulabschlüssen dann keinen Platz mehr in der Gesellschaft finden würden.

Für Präfektur und Stadt jedoch ist die Eröffnung der Schule ein voller Erfolg. „Wir erwarten, dass sie das Bildungsumfeld in Iwate verbessert und ein besseres Verständnis von multikultureller Inklusion fördert“, sagte Präfektur-Gouverneur Tasso während der Unterzeichnung eines Partnerschafts-Deals. Und Hachimantais Bürgermeister Sasaki fügte hinzu: Ich bin mir sicher, dass es den Status der Stadt als internationale Stadt heben wird, den Austausch fördern und Touristen anlocken.“

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