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Haus- & Wohnungseigentümer in Tokyo verbannen Airbnb & Co. aus ihren Räumlichkeiten

Immer mehr Besucher mieten während ihres Japan-Aufenthalts Privatunterkünfte, weil die meisten Hotels und Gasthäuser durch den Touristenboom ausgelastet sind. Nun reagieren Haus- und Wohnungseigentümer in Tokyo: Sie verbieten den Bewohnern ihre Unterkünfte über Webseiten wie Airbnb an Touristen zu vermieten.

Aufgrund der steigenden Besucherzahlen und der damit verbundenen Hotel- und Gasthaus-Knappheit in Japan wächst der Bedarf an privaten Unterkünften, die an Touristen vermietet werden. Zwischen 2011 und 2016 stieg die Zahl der Besucher aus Übersee im Durchschnitt jährlich um 34 Prozent. Von Januar bis Oktober 2017 übertraf die Zahl sogar den Rekord des vorangegangenen Jahres von 24 Millionen Besuchern. Man geht davon aus, dass das Regierungsziel von 40 Millionen im Jahr 2020 sogar übertroffen wird. Unternehmen wie Airbnb spielen eine Schlüsselrolle dabei, den Bedarf an Unterkünften zu decken. Laut des Mizuho Forschungsinstituts wird die Hotel-Knappheit in Japan bis 2020 anhalten und sich während der Olympiade möglicherweise zu einem ernsthaften Mangel entwickeln.

Während die japanische Regierung die „Minpaku“ weiter fördern will, sind viele Haus- und Wohnungseigentümer in Tokyo nicht begeistert von diesem Vorhaben. Der Begriff Minpaku bezeichnet private Räumlichkeiten, die an Besucher vermietet werden. Die Gründe für die Ablehnung der Eigentümer sind vielfältig. Einige befürchten Lärmbelästigung und andere Unannehmlichkeiten, wie falsche Müllentsorgung, durch die Gäste. Andere möchten nicht, dass Unbekannte in ihren Räumlichkeiten wohnen. Am meisten sorgen sich die Eigentümer jedoch um die Sicherheit innerhalb ihrer Gebäude, die vielen besonders am Herzen liegt. Sie sind der Meinung, dass ihre Sicherheitssysteme geschwächt werden, wenn viele unbekannte Personen Zugang zu den Wohnungen und Häusern haben. Einer der Minpaku-Gegner meint, ihm sei Seelenfriede wichtiger als die Befriedigung des Bedarfs an Unterbringungen – besonders, wenn Ferienwohnungsunternehmen Regeln missachten und Räumlichkeiten nur kaufen, um damit Profit zu machen.

Viele Eigentümer haben bereits auf die steigende „Minpaku“-Zahl reagiert und die Weitervermietung ihrer Räumlichkeiten an Touristen verboten. Zu ihnen gehören auch viele Klienten von APA Community, eine Immobilien-Management Firma, die über 30 Wohnanlagen in Tokyo beaufsichtigt. „Beinahe alle, die unseren Management-Service nutzen, haben neue Vorschriften aufgesetzt, die Home-Sharing und bezahlte Unterbringung verbieten“, so Yuichiro Fujimoto von APA Community. Sie ist für den Apple Tower zuständig, der die private Vermietung auch nicht gestattet. Mehrere Haus- und Wohnungsbesitzer im Ariake Bezirk richteten ebenfalls derlei Verbote ein. Auch Japans größter Anbieter von Eigentumswohnungen und Apartements, Sumitomo Realty & Development Co., hat bezahlte Unterbringung in einigen seiner Räumlichkeiten untersagt.

Obwohl die private Unterbringung von Touristen ohne die Erlaubnis der örtlichen Behörden derzeit illegal ist, wurden 2016 83,5 Prozent der privaten Beherbergungen ohne Genehmigung oder unter dem Radar der Behörden durchgeführt. In 50 Prozent dieser Fälle konnten die illegalen Betreiber nicht kontaktiert werden. Das ergab eine Studie des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales.

Im Juni 2017 erließ das japanische Parlament ein Gesetz, das Eigentümern von Räumlichkeiten erlaubt, freie Räume oder Unterkünfte bis zu 180 Tage an Touristen zu vermieten, nachdem die zuständige Stadtverwaltung informiert wurde. Das Gesetz wird kommenden Juni in Kraft treten.

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