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HomeNachrichten aus JapanHaustiere sind in Japan wegen der Pandemie stark gefragt

Vor allem Fische erfreuen sich großer Beliebtheit

Haustiere sind in Japan wegen der Pandemie stark gefragt

In Zeiten von Corona sind auch die Menschen in Japan dazu angehalten lieber zu Hause zu bleiben. Für einige bedeutet das eine ziemlich einsame Zeit. Um doch nicht ganz allein durch die Pandemie zu kommen, schaffen sich jetzt viele Menschen Haustiere an und in Japan ist die Nachfrage nach tierischer Gesellschaft deutlich gestiegen.

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Bevorzugt handelt es sich dabei um kleinere Tiere, die sich auch in kleinen Wohnungen halten lassen. Vor allem Fische werden als perfekte Haustiere für die Zeit zu Hause angepriesen. Nachdem Zeitschriften und Fernsehprogramm die Fische empfohlen hatten, gab es einen regelrechten Ansturm auf die entsprechenden Tierhandlungen.

Ein 26-jähriger Mann erklärt, dass er sich Fische im April gekauft hatte, weil exotische Exemplare süß und einfach zu handhaben seien. Trotzdem würden sie gleichzeitig Gesellschaft leisten und beruhigen, wenn er den ganzen Tag zu Hause ist. Ähnlich sehen das auch andere neue Fischbesitzer.

Importe sinken fast auf null

Kamihata Fish Industries Ltd., ein Importeur und Großhändler für ausländische Aquarienfische, bestätigte die gestiegene Nachfrage. Seit Juni verzeichnen sie einen starken Umsatzanstieg. Manager Kazuhiko Ihara gab an, dass er schon glaubt, dass die Menschen sich Tiere gegen die Einsamkeit kaufen.

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Das mag unter anderem an der Aufhebung des Ausnahmezustandes liegen, da die Geschäfte nun wieder geöffnet haben und Menschen etwas häufiger rausgehen. Auf der anderen Seite hilft auch das Coronahilfsgeld von der Regierung. Allerdings sorgt die gestiegene Nachfrage auch für Probleme. Besonders tropische Fische und Reptilien sind teurer geworden, da es aufgrund der rückgängigen Importe kaum Nachschub gibt.

Auch Kamihata Fish erhielt zwischen März und Mai so gut wie keine Lieferungen aus Südamerika und Südostasien, da fast alle internationalen Flüge gestrichen waren. Dadurch stiegen die Preise für tropische Fische deutlich an, da ebenfalls die Frachtkosten stiegen. Dazu kommt, dass die Menschen zu Hause bleiben sollen und so keine Tiere gefangen werden können.

Interesse liegt bei billigen, einfachen Tieren

Importeur und Großhändler Rep Japan Ltd. meldet eine ähnliche Lage für Schlangen und Reptilien. Da sie gleichermaßen kaum Nachschub erhalten, sind die Preise für beliebte Arten um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Das Importvolumen des Unternehmens ist hingegen um 20 Prozent gesunken.

Die Situation frustriert Tierhändler, da sie so Geschäftsmöglichkeiten verpassen und die Nachfrage nicht decken können. Lieferanten machen sich mehr Sorgen um den Tierimport allgemein. Wenn die Lage noch weitere sechs Monate anhält, könnte es laut dem Präsidenten von Rep Japan in der Branche zu einem ernsthaften Problem kommen. Einige begrüßen das tatsächlich, da heimische Züchter gefördert werden und das Risiko durch Wilderer sowie die Gefährdung von seltenen Arten gesenkt wird.

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Den Ansturm auf die Tiergeschäfte scheint das jedoch nicht stark zu dämpfen. Während ausländische Tiere schwer zu bekommen sind, erfreuen sich Haustiere wie Guppys und Hamster großer Beliebtheit, da sie einfach zu pflegen und billig sind. Einige Läden versuchen dazu den Verlust von ausländischen Arten mit einem Ausbau des Beratungsservice auszugleichen.

CS

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