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Städte erhalten deutlich mehr Geld

Heimatsteuerspende steigt in Japan wegen der Pandemie stark an

Die Heimatsteuerspende (Furusato Nozei), die es Menschen in Japan ermöglicht, einen Teil ihrer Einkommensteuer an eine Stadt ihrer Wahl zu zahlen und im Gegenzug ein Geschenk zu erhalten, ist durch die Pandemie sprunghaft angestiegen

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Mit der „Heimatstadtsteuer“ soll die ländliche Wirtschaft unterstützt werden, in dem ein Teil der Steuern nicht ortsgebunden bezahlt werden muss. Im Gegenzug erhalten „Spender“ spezielle Geschenke, bei denen es sich meistens um lokale Spezialitäten handelt.

Heimatsteuerspende wird 2020 Rekordhoch erreichen

Die Betreiber von Websites, die zwischen Gemeinden und Spendern vermitteln, schätzen, dass der für das Geschäftsjahr 2020 bis zum nächsten März gesammelte Betrag den Rekord von 512,7 Milliarden Yen im Geschäftsjahr 2018 übertreffen wird.

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Laut einer Umfrage, die im Oktober von Satofull durchgeführt wurde, gaben 59 von 221 teilnehmenden Kommunalverwaltungen an, dass sich die Spenden zwischen April und September gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt haben. Die Suchanfragen nach Geschenken auf der Website von Satofull stiegen für Artikel wie Knödel, gegrilltes Fleisch und Zimmerpflanzen. Ein Mitarbeiter des Unternehmens erklärte: „Mit den Einschränkungen beim Reisen und Restaurantbesuchen scheinen viele Menschen nach speziellen lokalen Produkten zu suchen, um sie zu Hause zu genießen.“

Die Stadt Kyoto gab an, dass sie im Geschäftsjahr 2020 bereits eine Rekordsumme an Heimatsteuerspenden erhalten hat, die bis Ende Dezember rund 1,7 Milliarden Yen erreichte, 6,5 Mal mehr als im Vorjahr. Rund 40 Prozent der Spender wählten als Neujahrsgeschenk die traditionellen „osechi“-Gerichte aus gehobenen Kyotoer Restaurants, wobei ein Beamter der Stadt die Wahl darauf zurückführte, dass die Menschen gut essen wollten, während sie zu Hause blieben.

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Nach Angaben der Stadt Hanamaki in der Präfektur Iwate, zu deren Geschenken Rinderzunge und Wein gehören, haben die Spenden in diesem Fiskaljahr bisher 1,8 Milliarden Yen erreicht, das Dreifache des letzten Jahres.

Arbeitsbelastung steigt

Auf der anderen Seite ist die Arbeitsbelastung der Beamten, die die Spenden bearbeiten, gestiegen, da auch die Anfragen von Erstspendern zugenommen haben. Die Präfekturen Hokkaido und Osaka bitten seit April letzten Jahres um Heimatsteuerspenden ohne Gegenleistung und geben an, dass das gesammelte Geld zur Unterstützung ihrer medizinischen Einrichtungen und Mitarbeiter im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verwendet werden soll. Die Präfekturen haben mit diesem Aufruf jeweils mehr als 1 Milliarde Yen gesammelt.

„Normalerweise konzentriert sich das Spendenaufkommen zum Jahresende, wenn die Leute sich vor dem Stichtag beeilen, um den Vorteil des Steuerabzugs zu nutzen. Aber die Spenden im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben sich das ganze letzte Jahr über erhöht, sodass der Betrag in einem höheren Tempo als üblich anstieg“, sagte ein Beamter, der die von der Trustbank Inc. betriebene Steuer-Website Furusato Choice verwaltet.

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