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Heiße Quellen in Oita versuchen, Tattooverbot vorsichtig aufzuheben

Mittlerweile bedeutet ein Tattooverbot für viele Bäder weniger Touristen

Die Präfektur Oita ist für ihre zahlreichen heißen Quellen bekannt. Vor allem Touristen genießen gerne ein Bad in den lokalen Onsen. Nach wie vor und trotz Motivierung der Regierung verweigern viele Unterkünfte allerdings tätowieren Gästen den Zutritt zu den Quellen. Zu der Rugby Weltmeisterschaft in der Region versuchen einige Bäder jedoch, das Tattooverbot zumindest zu lockern.

Der Gouverneur von Oita, Katsusada Hirose, sprach schon bei einer Präfektur-Versammlung letzten Juni über die Thematik. Laut ihm sollten sie die Möglichkeit nutzen, mehr Touristen aus Europa und Ozeanien anzulocken statt der üblichen aus Asien. Um das zu erreichen, muss die Region sich jedoch gegenüber Tattoos öffnen, die vor allem in Australien und Neuseeland eine wichtige kulturelle Bedeutung besitzen. Hiro ist deswegen der Ansicht, dass Bäder die Gelegenheit zu der Rugby Weltmeisterschaft nutzen sollten, um Besucher verschiedener Nationalitäten anzulocken.

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Dass Hiro mit seinem Vorschlag richtig liegt, zeigen die offiziellen Zahlen. 2017 übernachteten in der Präfektur 856.445 Ausländer. Das ist das 2,5-fache von 2014, was für die Region eine positive Entwicklung ist. Allerdings macht die Mehrheit der Touristen mit 65 Prozent Südkoreaner aus. 12 Prozent kamen aus Taiwan und nur drei Prozent aus Übersee.

Nur wenig Möglichkeiten für tätowierte Touristen

Aus diesem Grund will Oita einen neuen Markt für Touristen aus Übersee schaffen. Um mehr Urlauber anzulocken, will die Präfektur auf die heißen Quellen setzen. Besonders zu der Rugby-Weltmeisterschaft geht die Regierung davon aus, dass sie eine beliebte Attraktion sind. Das Tattooverbot könnte allerdings für viele eine Abschreckung sein und so den Plan scheitern lassen.

Deswegen listete die Stadtregierung von Beppu 100 Thermalquellen auf, die für tätowierte Touristen nutzbar sind. Mit einer eigens angelegten englischen Webseite will die Stadt sich so attraktiver machen und Vorurteile abbauen. Allgemein änderte sich bis jetzt bei der Einstellung der Menschen in dem Ort wenig.

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70 Prozent der Hotels und Gasthöfe mit Bädern besitzen nach wie vor ein Tattooverbot für ihre Quellen. Manche versuchen jedoch wenigstens, zu bestimmten Uhrzeiten das Baden zu erlauben, sodass keine Japaner dabei sind. Jedoch halten sich einige Einheimische nicht daran und beschweren sich anschließend. Das ist ebenfalls einer der Hauptgründe, wieso viele das Verbot nicht aufheben wollen. Sie befürchten japanische Kunden zu verlieren, die immer noch große Vorurteile gegenüber Tattoos hegen. Vor allem die älteren Generationen verbinden sie immer noch mit Kriminalität und der Yakuza.

Viele befürchten einen schlechten Ruf

Ein 41-jähriger Manager eines bekannten Hotels versuchte die Problematik genauer zu erklären. Das Erlauben von Tattoos könnte sich allgemein auf den Ruf der Unterkunft auswirken. Da Verwaltungsbehörden mit den Kundenbeschwerden nichts zu tun haben, müssen sich die Einrichtungen selbst um das Problem kümmern. Aus diesem Grund gehen viele noch vorsichtig mit dem Verbot um und versuchen zumindest kleine Alternativen, wie Fußbäder, anzubieten.

Der 67-jährige Vereinsgeschäftsführer, Seiji Hori, bestätigt ebenfalls, dass sie sich um einen Mittelweg bemühen. Einerseits wollen sie den japanischen Kunden ausreichen Respekt entgegenbringen und andererseits Ausländern ein Bad in den heißen Quellen ermöglichen.

Die Thermalbäder von Oita testen demnach noch, was am besten funktioniert, um langjährige Liebhaber nicht zu vergraulen und gleichzeitig ausländischen Gästen die typische Gastfreundschaft Japans zu bieten. Ob sich bis zur Rugby Weltmeisterschaft allerdings noch groß was ändert, bleibt zu bezweifeln.

Quelle: MS

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