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Hikikomori klagt gegen Rehabilitationszentrum nach Entführung

Entführung als Therapie

Ein 30-jähriger sogenannter Hikikomori klagt gegen ein Rehabilitationszentrum, nachdem er gegen seinen Willen dort eingeliefert wurde.

Der Mann wurde von einer Gruppe von Männern überrascht, die eines Tages auf einmal in seinem Zimmer standen und ihn gegen seinen Willen mitnahmen. Er wurde zu einer Einrichtung in Tokyo gebracht, die Hikikomori bei der sozialen Rehabilitation unterstützt. Im Februar verklagte er den Betreiber auf 5,5 Millionen Yen (ca. 44.756 Euro) Schadensersatz.

Es gibt viele private Organisationen, die so einen Service anbieten und sich Support-Dienstleister nennen. Der Anwalt des Mannes geht davon aus, dass die Eltern die Entführung gebucht hatten.

Allerdings stehen diese Organisationen unter starker Kritik, da sie die Menschenrechte verletzen und so eine Entführung größere Probleme verursachen kann.

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Gesellschaftliche Isolation – Mein Leben als Hikikomori

Beim Essen entführt

Laut der Klageschrift, aß der Mann gerade zu Mittag, als sein Vater mit fünf Männern sein Zimmer betraten. Sein Vater sagte zu ihm: „Von jetzt an sollst du Hilfe von diesen Leuten bekommen.“

Als der Mann sich weigerte, das Haus zu verlassen und versuchte einen Bekannten anzurufen, wurde er von den Männern auf den Boden gedrückt und gefesselt. Danach wurde er in ein Auto geworfen.

Die Männer brachten ihn zu einer Einrichtung in Tokyo, wo er mehrmals forderte, dass man ihn freilassen soll. Dies wurde ihm allerdings mit den Worten verwehrt: „Sie haben keine Rechte, weil sie ein unreifes Kind sind.“

In den ersten acht Tagen wurde er dann in einem Raum eingesperrt und überwacht.

Da er derartig eingeschüchtert war, konnte er seine Mahlzeiten nicht zu sich nehmen, worauf er dann zur Vorsorge in eine Nervenheilanstalt gebracht wurde.

Als er wieder zur Therapieeinrichtung zurückkehrte, wurde er gezwungen eine schriftliche Erklärung zu unterzeichnen, die ihm einen Lehrplan vorschrieb und nach der er seine Familie nicht kontaktieren durfte.

Man drohte ihm an bei Nichtunterzeichnen der Erklärung, ihn wieder in die Nervenheilanstalt zu bringen.

Nach drei Monaten konnte er einen Anwalt kontaktieren.

Angst der Eltern von Hikikomori nach Amoklauf in Kawasaki steigt

Nach dem Amoklauf in Kawasaki, wo feststeht, dass der Täter ein sozialer Einsiedler war, steigt die Angst der Eltern und der Hikikomori.

Kurz nach dem Amoklauf veröffentlichten einige Organisationen eine Erklärung, in der sie die Medien baten, umsichtig in ihrer Berichterstattung zu sein und Hikikomori nicht pauschal zu verurteilen.

Hilfsorganisationen verzeichnen seitdem weit mehr Anfragen als gewöhnlich und eine wachsende Zahl von Eltern nehmen die Dienste von privaten Unternehmen in Anspruch, die versuchen mit fragwürdigen Methoden die Menschen zu therapieren. Einer der Gründe ist, dass sie von staatlichen Stellen nicht die erhoffte Hilfe bekommen.

Allerdings birgt diese Art der Schocktherapie mehrere Gefahren. Sie können schwere Traumata bei den Betroffenen auslösen, die die Bindung zwischen Eltern und Kind massiv kaputt machen können.

Außerdem ist der Erfolg nicht garantiert, trotzdem verlangen die meisten Unternehmen sehr hohe Gebühren.

Haben die Eltern richtig gehandelt?

Quelle: AS, JT, TS

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